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BUNDESRATSWAHLEN: Cassis' erster Auftritt als Bundesrat: «Un momento di festa»

Ignazio Cassis will seinen liberalen Werten im Bundesrat treu bleiben. Gleichzeitig streckte er die Hand nach links aus. Er habe ausserdem «keine Ahnung», wie er Privatleben und Amt ins Gleichgewicht bringen wolle.
Tobias Bär
Seine Nichtwahl wäre für das Tessin eine Enttäuschung gewesen, sagt Ignazio Cassis. (Bild: Keystone)

Seine Nichtwahl wäre für das Tessin eine Enttäuschung gewesen, sagt Ignazio Cassis. (Bild: Keystone)

Während Jahren war die italienische Sprache bei Medienkonferenzen von Bundesräten nur selten zu hören. Ignazio Cassis machte gleich nach seiner Wahl in die Landesregierung klar, dass sich das mit ihm ändern wird. Der erste Tessiner Bundesrat seit 18 Jahren spricht ausgezeichnet Deutsch und Französisch, den ersten Auftritt vor den Bundeshausmedien eröffnete Cassis aber in Italienisch. Und auch wer der Sprache des Südkantons nicht mächtig ist, der wusste, was der 56-Jährige ausdrücken wollte, als er von einem «momento di festa» sprach. Als Nationalratspräsident Jürg Stahl das Wahlresultat verkündet habe, da sei eine Last von seinen Schultern gefallen. Die persönliche Enttäuschung bei einer Nichtwahl hätte er verkraften können, so Cassis, schwieriger wäre die Enttäuschung einer ganzen Sprachregion zu lindern gewesen.

Es drehte sich also vieles um die Herkunft des neuen Bundesrats. Als Cassis aber gefragt wurde, welche Anliegen des Tessins er in die Landesregierung einbringen wolle, da haute er kurz auf den Tisch: «Diese Frage wird den Deutschschweizer Bundesräten nie gestellt. Hören Sie doch mal auf.» Eine Antwort gab Cassis dann doch noch: Ein Tessiner Bundesrat bringe neben der Sprache unter anderem das Know-how für Verhandlungen mit Italien mit. «Es wäre für die Deutschschweizer undenkbar, dass die Schweiz mit den Deutschen in Berlin in Englisch verhandelt.» Im Verhältnis mit Italien sei dies aber akzeptiert. «Das zeigt, wie wahnsinnig gross das Unverständnis für die Italianità als Bestandteil der Schweiz ist.»

Ignazio Cassis, FDP-TI, freut sich über seine Wahl zum 117. Mitglied des Bundesrates. (Bild: Keystone)
"Lo giuro" - Der neugewählte Bundesrat Ignazio Cassis legt als 117. Mitglied des Bundesrates den Eid vor der Vereinigten Bundesversammlung ab. (Bild: Keystone)
Ignazio Cassis erhält Blumen. (Bild: Keystone)
Die unterlegene Isabelle Moret gratuliert Ignazio Cassis. (Bild: Keystone)
Der neugewählte Bundesrat Ignazio Cassis legt als 117. Mitglied des Bundesrates den Eid vor der Vereinigten Bundesversammlung ab. (Bild: Keystone)
Zu den Gratulanten gehört auch FDP-Präsidentin Petra Gössi. (Bild: Keystone)
Bürger von Collina d'Oro verfolgen die Rede von Ignazio Cassis nach der Wahl. (Bild: Keystone)
Bürger von Collina d'Oro verfolgen die Wahl von Ignazio Cassis. (Bild: Keystone)
Der neugewählte Bundesrat Ignazio Cassis erklärt Annahme der Wahl. (Bild: Keystone)
Ignazio Cassis, FDP-TI, Mitte, freut sich über seine Wahl. (Bild: Keystone)
Ignazio Cassis, FDP-TI, Mitte, freut sich über seine Wahl. (Bild: Keystone)
Ignazio Cassis, Mitte, lacht, während er von Celine Amaudruz, SVP-GE, begrüsst wird. (Bild: Keystone)
Bundesratskandidat Ignazio Cassis erscheint am Morgen auf dem Bundesplatz vor der Ersatzwahl. (Bild: Keystone)
Anhänger von Ignazio Cassis der Tessiner FDP-Fraktion sind mit einem Bus aus dem Tessin angereist. (Bild: Keystone)
Ignazio Cassis, FDP-TI, links, legt seine Stimme in die Wahlurne neben den Fraktionskollegen Kurt Fluri, FDP-SO, während der Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Petra Goessi, FDP-SZ, links, legt ihre Stimme in die Wahlurne neben dem Bundesratskandidaten Ignazio Cassis, FDP-TI, rechts, während der Ersatzwahl. (Bild: Keystone)
Ständerat Hannes Germann, SVP-SH, links, Bundesratskandidat Ignazio Cassis, FDP-TI, Mitte, und Fabio Regazzi, CVP-TI, rechts, posieren während der Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Bundesratskandidat Ignazio Cassis, FDP-TI, rechts, wird vom interimistischen FDP-Fraktionschef Beat Walti, FDP-ZH, begrüsst während der Ersatzwahl in den Bundesrat. (Bild: Keystone)
Bundesratskandidat Ignazio Cassis, FDP-TI, Mitte, reagiert neben FDP-Präsidentin Petra Gössi, FDP-SZ, links, nach der Ankündigung der Ergebnisse des ersten Wahlgangs, während der Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung. (Bild: Keystone)
Bundesratskandidat Ignazio Cassis, FDP-TI, Mitte, diskutiert mit Fraktionskollegen waehrend der Ersatzwahl in den Bundesrat durch die Vereinigte Bundesversammlung. (Bild: Keystone)
Bundesratskandidat Ignazio Cassis, FDP-TI, Mitte, reagiert an der Seite von Petra Gössi, FDP-SZ, links, und Kurt Fluri, FDP-SO, rechts, nach der Ankündigung der Ergebnisse des ersten Wahlgangs. (Bild: Keystone)
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Der neue Bundesrat heisst Ignazio Cassis

Das andere grosse Thema des ersten Medienauftritts nach der Wahl war die Frage, ob die Landesregierung mit Cassis nach rechts rückt. Er habe weder der SVP noch den anderen Parteien Versprechen abgegeben, abgesehen von einem: «Dass ich meine freisinnigen Werte in den Bundesrat einbringen und dass ich mich nicht ändern werde.» Dass die SP auf Distanz zu seiner Kandidatur gegangen sei, habe er aufgrund der Unterstützung durch die SVP erwartet. Cassis präsentierte sich als Bundesrat für alle – auch für jene, die ihn nicht gewählt hätten. Die Schweiz müsse ihre Fähigkeit zum politischen Kompromiss bewahren, «extremistische Positionen bringen uns nicht vorwärts».

Welchem Departement er vorstehen wird, weiss Cassis erst am Freitag. Frei wird das Aussendepartement und damit die Verantwortung für die Verhandlungen mit der EU. Angesprochen auf seine Haltung zum vom Bundesrat angestrebten Rahmenabkommen sagte der 56-Jährige: «Das Wort Rahmenabkommen ist vergiftet. Man muss den Mut haben, eine Auslegeordnung und einen Neustart zu machen.» Klar sei für ihn und seine Partei, dass der bilaterale Weg konsolidiert und ausgebaut werden müsse.

Ganz zum Schluss wurde Cassis gefragt, wie er das Bundesratsamt und sein Privatleben im Gleichgewicht halten wolle. Dies in Anlehnung an Vorgänger Didier Burkhalter, der bei seiner Rücktrittsankündigung die Last des Bundesratsdaseins herausgestrichen hatte. Die Antwort des Tessiners war entwaffnend ehrlich: «Keine Ahnung. Das werden wir sehen, ich habe erst vor zwei Stunden begonnen.»

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