Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BUNDESRATS-FOTO 2018: "Bundesärtin" auf dem Sprung

«BUNDESART – Das kunstvolle Bundesratsfoto» heisst das Konzept, für das sich Bundespräsident Alain Berset entschieden hat. (Bild: Stephane Schmutz)

«BUNDESART – Das kunstvolle Bundesratsfoto» heisst das Konzept, für das sich Bundespräsident Alain Berset entschieden hat. (Bild: Stephane Schmutz)

Vom Bundesrat sind im kommenden Jahr einige Kunststücke gefragt. Er muss mit Brüssel ein Abkommen fertig verhandeln, dass hierzulande niemand so richtig will. Er muss eine Rentenreform zimmern, welche die Gegner der im September vom Volk abgelehnten Vorlage überzeugt und möglichst wenige Befürworter verprellt. Und er muss die Steuern für Unternehmen senken, ohne allzu grosse Löcher in die Staatskasse zu reissen. Gefragt ist Kreativität und die Landesregierung will gleich zum Jahresbeginn veranschaulichen, dass sie über solche verfügt: Das neueste Bundesratsfoto sei nach dem Konzept «Bundesart – das kunstvolle Bundesratsfoto» entstanden, lässt uns die Bundeskanzlei wissen. Die sieben Bundesräte – pardon, Bundesärte – stehen vor einem Bild mit Schweizer Sujets, gezeichnet vom Künstler Michel Cotting.

Wobei Doris Leuthard nicht mehr so richtig steht, sondern fast schon geht. Der rechte Fuss ist angewinkelt, die Umweltministerin ist auf dem Sprung. Zusammen mit dem gelösten Lächeln kann diese Pose als Botschaft verstanden werden: Ich bodige jetzt noch diese «No Billag»-Initiative und dann bin ich weg!

Ueli Maurer wiederum scheint seine Unlust überwunden zu haben. Zog er für das letztjährige Foto noch ein eher säuerliches Gesicht, ringt er sich heuer ein zumindest halbseitiges Grinsen ab. Vielleicht verabschiedet sich der Zürcher doch erst 2031 aus dem Kollegium, wie er dies ironisch angedroht hat. Bleibt noch der letzte oft genannte Rücktrittskandidat, Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann. Aus dessen Körpersprache lässt sich aber leider nicht viel mehr Handfestes herauslesen als aus seinen Voten im Parlament.

Gerade erst angefangen hat Aussenminister Ignazio Cassis, der erstmals mit aufs Foto darf. Und der Tessiner besticht sogleich durch Individualität. Weder steckt er eine Hand in die Hosentasche wie Guy Parmelin und Bundeskanzler Walter Thurnherr, noch führt er den Zeigefinger zum Kinn wie Bundespräsident Alain Berset. Nein, Cassis legt die Hände vor dem Bauch ineinander. Darin versteckt sich wohl der berühmte «Reset»-Knopf. Für alle sichtbar ist dafür die Schweizer Fahne, die der FDP-Bundesrat nach dem Vorbild von Kollege Maurer am Revers trägt. Der Mann weiss, dass er seine Wahl auch der patriotischsten aller Parteien zu verdanken hat.

Simonetta Sommaruga trägt wie Doris Leuthard ein schwarzes Kleid. In den vergangenen Jahren hatten die Bundesrätinnen dann und wann für einen Farbtupfer gesorgt. Das war, bevor sich die Grosswetterlage verdüsterte und ein Atomkrieg wegen Kims immer potenteren Raketen wieder in den Bereich des Denkbaren rückte. Mimisch strahlen die Bundesräte allerdings keine Düsternis, sondern eine gesunde Portion Optimismus aus. Den Miesepeter gibt in diesem Jahr Bundeskanzler Thurnherr. Aber wer will ihm den zerknirschten Gesichtsausdruck verübeln. Der Kanzler muss jede einzelne Bundesratssitzung über sich ergehen lassen, ohne mitregieren zu können.

Tobias Bär
tobias.baer@tagblatt.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.