«Bund» und «Tagi» bald fusioniert?

Die Spatzen pfeifen es schon ziemlich laut von den Dächern. Der Berner «Bund» und der Zürcher «Tages-Anzeiger» dürften wohl bald einen Grossteil ihrer Redaktionen zusammenlegen. Entschieden ist zwar noch nichts. Doch die Nomination des 50jährigen Berners und ehemaligen «Bund»-Redaktors Martin A.

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Die Spatzen pfeifen es schon ziemlich laut von den Dächern. Der Berner «Bund» und der Zürcher «Tages-Anzeiger» dürften wohl bald einen Grossteil ihrer Redaktionen zusammenlegen. Entschieden ist zwar noch nichts. Doch die Nomination des 50jährigen Berners und ehemaligen «Bund»-Redaktors Martin A. Senn zum Bundeshauschef beider Zeitungen ist mehr als nur ein Indiz dafür, dass der Zusammenschluss beschlossene Sache ist.

«Der Entscheid, ob der <Bund> als eigenständiger Titel weitergeführt wird, folgt spätestens bis Ende Juni», sagt Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer auf Anfrage. Entscheidet sich der Tamedia-VR für ein anderes Modell, wird Senn als Bundeshauschef und Mitglied der Chefredaktion des «Tages-Anzeigers» tätig sein. In diesem Falle dürfte der «Bund» mit der zweiten Tageszeitung auf dem Platz Bern, der «Berner Zeitung», kooperieren. Beobachter halten dieses Modell nach dem Personalentscheid aber für wenig wahrscheinlich.

Klar scheint, dass sowohl in Bern als auch in Zürich zahlreiche Stellen abgebaut werden. «Sonst mache die ganze Übung keinen Sinn», sagt ein Insider. Berichte in der Sonntagspresse über einen massiven Abbau beim «Tagi» weisst Tamedia-Sprecher Zimmer auf Anfrage als «reine Spekulation» zurück. «Wie alle anderen Zeitungen spürt aber auch der <Tagi> den Rückgang der Werbeeinnahmen. Darum ist ein Stellenabbau ein Thema», sagt Zimmer. Stefan Schmid