Bund entscheidet gegen höhere Fachschulen

Der Bund verwehrt Abgängern der höheren Berufsbildung den Wunsch, akademische Titel zu tragen. Sie sollen aber englische Titel erhalten, damit sie auf dem globalen Arbeitsmarkt gute Chancen haben.

David Schaffner
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Die höhere Berufsbildung ist praktisch orientiert und inhaltlich anspruchsvoll. (Bild: Gaëtan Bally)

Die höhere Berufsbildung ist praktisch orientiert und inhaltlich anspruchsvoll. (Bild: Gaëtan Bally)

BERN. Bundesrat Johann Schneider-Ammann beendet einen der ältesten Konflikte im Bildungswesen: Sein Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) hat am Freitag beschlossen, dass die höhere Berufsbildung auch weiterhin keine akademisch klingenden Titel wie Professional Bachelor oder Professional Master verleihen darf. Damit setzten sich im Streit die Universitäten und die Fachhochschulen durch, welche die neuen Titel massiv bekämpft hatten. Als Verlierer gehen die Vertreter der höheren Fachschulen vom Feld. Ihre Lobby, die Schweizerische Konferenz der höheren Fachschulen, hatte zusammen mit einer überparteilichen Allianz vehement für die neuen Bezeichnungen gekämpft.

Trotz des Neins zum Professional Bachelor will Wirtschafts- und Bildungsminister Schneider-Ammann die Berufsbildung stärken, wie das beschlossene «Gesamtpaket Stärkung der Berufsbildung» zeigt: «Wir wollen englische Titel schaffen, die ausländische Personalverantwortliche besser einordnen können, aber keine Bachelors und Masters, die sich ans Bologna-System anlehnen», erklärt Josef Widmer, stellvertretender SBFI-Direktor. Die englischen Titel sollen dafür sorgen, dass Schweizer Berufsleute auf dem globalen Arbeitsmarkt eine bessere Chance haben. «Im Ausland besteht ein Erklärungsbedarf für die Schweizer Titel», sagt Widmer. «Diese sind in vielen Ländern schlicht und einfach nicht bekannt und werden häufig unterschätzt.» Einer der Gründe: Europäische Titel klingen oft akademisch, obwohl die entsprechenden Ausbildungsgänge nicht zwingend anspruchsvoller sind als jene der höheren Berufsbildung in der Schweiz.

Als mögliche Bezeichnungen nennt Widmer Bezeichnungen wie Higher professional diploma oder Associate degree, welche neben Schweizer Titeln wie Elektrotechniker HF oder Eidg. dipl. Wirtschaftsprüfer stehen können.

Mehr zum Thema in der Ostschweiz am Sonntag vom 16. März.