Bund besorgt über Biodiversität

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Naturschutz Nur wenige Tage nachdem Umweltorganisationen den Schwund der Biodiversität in der Schweiz beklagt hatten, pu­blizierte der Bund eine Studie mit dem gleichen Fazit: Fast die Hälfte der Lebensräume und mehr als ein Drittel der Tier- und Pflanzenarten seien bedroht. Denn zahlreiche natürliche Lebensräume wie Trockenwiesen und Feuchtgebiete seien nur noch als Restflächen vorhanden. Als Grund gibt das Bundesamt für Umwelt (Bafu) zum einen den wachsenden Flächenbedarf für Wohnraum an, aber auch die intensive Nutzung von Boden und Gewässern durch die Landwirtschaft. Auch der Druck von invasiven Arten, Mikroverunreinigungen und die hohe Belastung durch Stickstoff durch die Klimaerwärmung wird laut der Studie immer grösser.

Im Bericht des Bafu wird den Umweltschutzorganisationen insofern recht gegeben, dass mit der bisherigen Strategie der Biodiversitätsverlust nicht gestoppt, sondern nur gebremst werden konnte. Die Schutzmassnahmen müssten konsequenter vollzogen werden, denn zahlreiche dieser Flächen könnten wegen mangelnder Qualität ihre Funktion nicht mehr erfüllen.

Umweltverbände mit Rettungsplan

Der Bundesrat will in der zweiten Jahreshälfte den Aktionsplan zur Umsetzung der Biodiversitätsstrategie beraten. Für die Umweltorganisationen reicht das allerdings nicht. Sie beschlossen vor drei Wochen, selbst einen Rettungsplan zu entwickeln. Die 120 vom Bundesrat definierten Teilziele sollen auf die 25 wichtigsten verdichtet werden.

Am Montag hatten die Umweltschutzorganisationen BirdLife, Pro Natura und WWF in ihren Bericht zur Umsetzung der «Strategie Biodiversität» den Bund kritisiert. Sie waren zum Schluss gekommen, dass zur Rettung der bedrohten Biodiversität nichts geschehen sei, der Bund schaue nur zu. Von den 18 strategischen Zielen des Bundesrats könne nur ein einziges erreicht werden. Nur bei 14 von 120 Teilzielen werde genug getan, um sie zu erreichen. (sda)