Blocher und SP zeigen den Weg

Das volkswirtschaftliche Gewicht der Banken ist gemessen an der gesamten Wirtschaftsleistung nirgends so gross wie in der Schweiz. UBS und CS haben gemeinsam eine Bilanzsumme, die noch vor ein paar Monaten dem Siebenfachen des Bruttoinlandprodukts entsprach.

Drucken
Teilen

Das volkswirtschaftliche Gewicht der Banken ist gemessen an der gesamten Wirtschaftsleistung nirgends so gross wie in der Schweiz. UBS und CS haben gemeinsam eine Bilanzsumme, die noch vor ein paar Monaten dem Siebenfachen des Bruttoinlandprodukts entsprach. Gerät eine dieser Banken in Not, muss der Staat rettend eingreifen, weil eine Bankenpleite eine volkswirtschaftliche Katastrophe wäre. UBS und CS sind too big to fail – zu gross, um pleite gehen zu können. Sie verfügen faktisch über eine Staatsgarantie.

Je nachdem aber, wie viel Geld der Staat einschiessen muss, droht auch ihm im Extremfall der Bankrott. Island lässt grüssen.

Man kann jetzt – trotz der Erfahrungen der vergangenen Monate – wie CVP und FDP so tun, als sei nichts passiert. Das wünschen auch die Grossbanken. Rasche Rückkehr zur Normalität. Oder man kann wie SP, SVP und illustre Schweizer Unternehmer wie Nicolas Hayek versuchen, dieses Systemrisiko zu beheben.

Der Minimalkonsens, auf welchen sich die ungleichen Partner in einer unideologischen Allianz verständigt haben, heisst: Verkleinerung der Grossbanken und strengere Eigenkapitalvorschriften.

Gewiss: Wie dies im Detail zu geschehen hat, darüber herrscht noch keine Übereinstimmung. Aber Blocher und Levrat zeigen auch hier den Weg: Sie überlassen das Zepter den Aufsichtsbehörden, stärken diesen aber im Ringen mit den Banken politisch den Rücken.

Stefan Schmid

s.schmid@tagblatt.ch

Aktuelle Nachrichten