Billag-Schlupfloch wird zum Politikum

Live SRF schauen, ohne Billag-Gebühren zu bezahlen? Das ist heute auf dem Internet ganz legal und ohne Probleme möglich. Besonders kurios: Ausgerechnet auf der SRF-Webseite lässt sich gebührenfrei fernsehen.

Roger Braun
Drucken
Teilen
Auf die Webseite kommt es an: Zweimal dasselbe «10vor10» – einmal mit Gebührenpflicht, einmal ohne. (Bild: Ralph Ribi)

Auf die Webseite kommt es an: Zweimal dasselbe «10vor10» – einmal mit Gebührenpflicht, einmal ohne. (Bild: Ralph Ribi)

Die heutige Billag-Gebührenordnung für Internetfernsehen ist kurios. Je nach Webseite, die man dafür benutzt, ist man gebührenpflichtig oder nicht. Konkret: Wer den Internetfernsehanbieter Wilmaa verwendet, muss Billag-Gebühren bezahlen. Wer stattdessen auf die SRF-Webseite setzt, kommt gratis weg.

«Veraltet und überholt»

Für die Befürworter des neuen Radio- und Fernsehgesetzes ist diese Kuriosität ein Grund mehr, am 14. Juni ein Ja in die Urne zu werfen. Hier zeige sich exemplarisch, dass die heutige Gebührenordnung überholt sei. «Heute, wo viele Leute übers Internet fernsehen, ist es nicht mehr möglich, zu klären, wer Fernsehprogramme konsumiert und wer nicht», sagt CVP-Kommunikationschef Thomas Jauch. Es mache deshalb Sinn, dass die SRG künftig über eine geräteunabhängige Abgabe finanziert werde.

Gegen «Billag-Mediensteuer»

Anders sehen das die Gegner. Einzelne Abgrenzungsschwierigkeiten seien noch lange kein Grund, eine «Billag-Mediensteuer» für alle einzuführen. Stattdessen greifen die Referendumsführer das Pro-Lager an. «Die Befürworter behaupten fälschlicherweise, dass alle Haushalte und Firmen mit Internetanschluss Billag-Gebühren bezahlen müssen. Das ist nun definitiv als falsch entlarvt», sagt der Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands, Hans-Ulrich Bigler.

Mehr zum Thema in der Ostschweiz am Sonntag vom 19. April.