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Berset kocht seine eigene Suppe

Bundesrat Alain Berset übernahm das Innendepartement (EDI) im Januar 2012. Und residiert seither an der Inselgasse 1 in Bern, einem schmucklosen Bürobau. Kurz zuvor sanierte das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) den EDI-Sitz während mehreren Jahren für rund 14 Millionen Franken umfassend.
Tobias Gafafer

Bundesrat Alain Berset übernahm das Innendepartement (EDI) im Januar 2012. Und residiert seither an der Inselgasse 1 in Bern, einem schmucklosen Bürobau. Kurz zuvor sanierte das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) den EDI-Sitz während mehreren Jahren für rund 14 Millionen Franken umfassend. Der Freiburger SP-Magistrat und sein Departement waren damit offenkundig nicht zufrieden. Sie liessen im Parterre durch den Bund nachträglich eine Küche einbauen, wie ein Sprecher Bersets bestätigt. Die Kosten beliefen sich laut dem BBL, das die Bundesimmobilien verwaltet, auf 33 032 Franken und 65 Rappen – inklusive Mehrwertsteuer.

Im Gebäude existierte bereits eine Cafeteria und im dritten Stock, beim Weibel des Bundesrats, auch eine Küche. Der nachträgliche Einbau gab im Departement zu reden, zumal Berset die vorhandene Küche dem Vernehmen nach nur wenig nutzte. Sein Sprecher bestreitet, dass der Einbau erfolgte, weil der Magistrat eine Küche für sich beanspruchte. Die zusätzliche Küche sei für das grösste Sitzungszimmer bestimmt, das von allen Mitarbeitenden genutzt werde und wo regelmässig Sitzungen mit Essen stattfänden. Der umgebaute Raum sei für die Materiallagerung gedacht gewesen.

Berset mag über Mittag nun ungestört seine eigene Suppe kochen. Im Vergleich zum Ausland halten sich die Privilegien für Schweizer Magistraten ohnehin in Grenzen. Frankreich kosten allein die Ex-Präsidenten jährlich mehr als zehn Millionen Euro. Präsident François Hollande will deren Privilegien beschneiden: Seine Vorgänger sollen nach fünf Jahren noch Anrecht auf vier statt neun Bedienstete haben. In der Schweiz müssen sich Bundesräte bereits rechtfertigen, wenn sie in den Bundesratsjet steigen.

Alain Berset gab sich auch schon bodenständig. Die damalige Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga wählte 2015 für ein Mittagessen die Berner Jugendherberge. Der Freiburger war neben Ueli Maurer der einzige Bundesrat, der daran teilnahm.

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