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BELÄSTIGUNGSVORWÜRFE: Neue Belästigungsvorwürfe gegen Buttet – CVP reagiert

Sechs Frauen schildern konkret, wie der Walliser Nationalrat Yannick Buttet sie angegangen habe. Die Partei fordert nun eine rasche Aussprache.
Fabian Fellmann
Nationalrat Yannick Buttet (CVP, Wallis) im Parlament. (Bild:)

Nationalrat Yannick Buttet (CVP, Wallis) im Parlament. (Bild:)

Fabian Fellmann

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier: www.tagblatt.ch/epaper

Die Parteileitung der CVP erhöht nach neuerlichen Belästigungsvorwürfen gegen Nationalrat Yannick Buttet den Druck auf den Walliser. «Die CVP Schweiz erwartet, dass es raschmöglichst zur Aussprache mit Buttet kommt, ­sobald sein Gesundheitszustand dies erlaubt», schreibt das Parteipräsidium in einer gestern verbreiteten Mitteilung. Buttet ist derzeit krankgeschrieben und unterzieht sich einer Therapie wegen seines Alkoholkonsums. Die Verschnaufpause, die sich der 40-jährige Familienvater mit der Krankschreibung vor zwei Wochen verschafft hatte, war jedoch nur von kurzer Dauer.

Gestern haben sechs Frauen, darunter vier Nationalrätinnen, unter der Bedingung der Anonymität neue Vorwürfe erhoben gegen den Walliser Nationalrat und Gemeindepräsidenten von Collombey-Muraz. In schriftlichen Stellungnahmen an die Westschweizer Zeitungen «Le Nouvelliste» und «Le Temps» schilderten sie konkrete Ereignisse zwischen 2013 und 2017, in denen sich Buttet ihnen ungebührlich genähert habe.

Versuchte Küsse und Berührungen

Der Walliser soll etwa versucht haben, eine Frau im Intimbereich zu berühren, einer anderen Frau soll er seine Erektion zu spüren gegeben haben, wieder andere soll er zu küssen versucht haben. In allen Fällen sei Buttet alkoholisiert gewesen, mehrmals hätten andere Politiker eingegriffen, um Buttet zu stoppen. Diese Schilderungen sind nicht nur sehr konkret, sondern auch neu: Drei der vier Nationalrätinnen hätten sich zuvor noch nicht geäussert, berichtet «Le Temps».

Sein Anwalt schrieb zu den neuerlichen Vorwürfen an die Zeitung «Nouvelliste», Buttet leide seit Jahren an einem schweren Alkoholproblem und sei nicht in der Lage, sich an solche Vorkommnisse zu erinnern. Buttet bedaure zutiefst, möglicherweise andere verletzt zu haben.

Auf die neuen Fälle hat Buttets Partei gestern schnell reagiert. «Das Parteipräsidium der CVP Schweiz musste heute aus den Medien von neuen Berichten und Aussagen zum Verhalten von Nationalrat Yannick Buttet Kenntnis nehmen», heisst es in der Mitteilung, die kurz nach Mittag verschickt wurde. «Das beschriebene Verhalten ist aus Sicht der CVP Schweiz grundsätzlich inakzeptabel.»

Anonymität als Schwierigkeit

Für Buttet gilt die Unschuldsvermutung, und die neuerlichen Vorwürfe wurden wie schon die ersten anonym erhoben. Die betroffenen Frauen begründen dies unter anderem damit, dass sie nicht als Opfer abgestempelt werden wollen. CVP-Präsident Gerhard Pfister sagt: «Die Vorfälle werden im Prinzip auch von Yannick Buttets Anwalt nicht bestritten, wie mir scheint. Es wird nur gesagt, dieser könne sich daran nicht erinnern.» Die Anonymität der Vorwürfe sei aber eine der Schwierigkeiten für ihn als Parteipräsidenten bei der Bestimmung der weiteren Schritte. In der Mitteilung schreibt die Partei dazu: «Die CVP Schweiz steht in vertieftem Kontakt mit der Kantonalpartei, dem PDC du Valais romand (PDCVr), um die nächsten Schritte zur Aufarbeitung der Vorfälle zu entscheiden.»

Unterwalliser CVP verlangt Zeit

Serge Métrailler hofft, dass dies «so schnell wie möglich» geschehe. «Diese Situation ist schwer zu handhaben auf mittlere und längere Frist», so der Präsident der Unterwalliser CVP. Métrailler sagt aber auch, es bestehe kein politischer Zeitdruck, weder bei Buttets Nationalratsamt noch bei seinem Gemeindepräsidium: «Es wird einige Tage brauchen. Wir wollen nicht Zeit gewinnen, aber der Prozess braucht Zeit.» Das sei keine Ausrede, um Vorwürfen auszuweichen. «Die Si­tua­tion ist menschlich sehr schwierig», sagt Métrailler. Buttet habe sich zuerst darüber bewusst werden müssen, dass sein Verhalten problematisch gewesen sei.

Auch die Walliser brauchten nun etwas Zeit, um die Nachrichten setzen zu lassen, sagt der Präsident der Unterwalliser CVP: «Die Leute möchten verstehen, was geschehen ist, weil der Yannick, den sie kennen, so ganz anders ist als der Yannick, der jetzt in den Zeitungen beschrieben wird.» Es gehe auch hierbei keinesfalls darum, den Politiker zu entschuldigen oder die Vorfälle kleinzureden und zu ignorieren.

Wie schnell die CVP die Si­tua­tion mit Buttet klären kann, ist jedoch offen: Stand gestern hatte Métrailler keinen Kontakt mit ihm – Buttet befinde sich in der Therapie. Sein Anwalt beantwortete konkrete Fragen lediglich mit dem Verweis auf die Stellungnahme an den «Nouvelliste». Demnach wird Nationalrat Yannick Buttet erst nach seiner Genesung mit der Parteileitung kommunizieren.

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