Kommentar
Bei der Verteilung eines Corona-Impfstoffs bietet sich den Kantonen eine neue Chance

Anna Wanner
Anna Wanner
Drucken
Teilen
Bereits mit drei Partner hat die Schweiz Verträge für einen Corona-Impfstoff abgeschlossen.

Bereits mit drei Partner hat die Schweiz Verträge für einen Corona-Impfstoff abgeschlossen.

CH Media

Die Impfstoffstrategie des Bundes schien zuerst nicht aufzugehen. Zwar hat er mit zwei vielversprechenden Impfstoffherstellern (Moderna und Astrazeneca) Verträge für mehrere Millionen Impfdosen abgeschlossen. Doch vermeldeten Anfang Woche die Firmen Pfizer und Biontech einen Durchbruch bei der Entwicklung ihres Impfstoffs.

Kein Problem für die Schweiz: Der Bund reagiert sofort, stockt das Impfstoffbudget kurzerhand um 100 auf 400 Millionen Franken auf. Und auch bei Pfizer/Biontech hat er flugs drei Millionen Impfdosen reserviert.

Die Strategie, von Anfang an auf mehrere Hersteller zu setzen, zahlt sich aus. Durch ein frühes Anbinden verschiedener Produzenten sicherte sich der Bundesrat einen schnellen Zugang zum Covid-19-Impfstoff, auf dem so viele Hoffnungen ruhen. Das war klug.

Allerdings ist die Beschaffung des Impfstoffs nur der erste Schritt, um die Pandemie endlich zu bezwingen. Wie sich bei den Schnelltests oder dem Contact-Tracing zeigte, hängt der Erfolg von der Umsetzung ab. Die Schweizer Armee verspricht, sie sei bereit für Lagerung, Transport und Verteilung der äusserst heiklen Impfdosen.

Für die Feinverteilung sind aber wiederum die Kantone zuständig. Sie müssen nun beweisen, dass sie aus den Fehlern der letzten Monate gelernt haben – und diesmal zum entscheidenden Zeitpunkt bereit sind.