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Gewerkschaften kündigen Baustopp an: Keine Arbeit auf den vier grössten Baustellen St.Gallens

Die Gewerkschaften Unia und Syna haben für Dienstag Protestaktionen angekündigt. Auch auf den grössten St.Galler Baustellen legen die Bauarbeiter ihre Arbeit nieder.
Sina Bühler
Bauarbeiten beim Parkdeck des Kantonsspitals in St. Gallen. (Bild: Benjamin Manser)

Bauarbeiten beim Parkdeck des Kantonsspitals in St. Gallen. (Bild: Benjamin Manser)

Alle drei Jahre kommt es zum Streit zwischen dem Baumeisterverband und den Gewerkschaften – und zwar immer dann, wenn der Landesmantelvertrag für das Bauhauptgewerbe (LMV) erneuert werden soll. Auch dieses Jahr ist es nicht anders und wenn es in den nächsten Wochen keine Einigung gibt, herrscht ab Januar der vertragslose Zustand. Für Danijela Bašic, Leiterin der Sektion Säntis-Bodensee der Gewerkschaft Unia, schneiden sich die Baumeister damit ins eigene Fleisch:

«Ohne LMV kann eine Firma aus dem Ausland die Schweizer Löhne und damit die flankierenden Massnahmen unterbieten. Heute müssen sie sich an die Bedingungen des LMV halten, was besonders hier, in Grenznähe wichtig ist.»

Die Gewerkschaften fordern die Weiterführung der Rente ab 60 Jahren und eine Lohnerhöhung von 150 Franken. Die Arbeitgeber wollen eine komplette Flexibilisierung der Arbeitszeit: Die tägliche Maximalarbeitszeit von 9 Stunden würde damit abgeschafft.

Aktionen sind nicht leicht zu planen

Weil die Fronten seit Wochen verhärtet sind, haben die Bauarbeiter schweizweite Protestaktionen geplant, auch in St.Gallen. Am Dienstag wollen die Arbeiter auf vier der grössten Baustellen die Arbeit niederlegen. Dann ist eine gemeinsame Fahrt nach Zürich geplant, wo die Protestierenden auf ihre Kollegen aus der ganzen Schweiz treffen.

Diese Aktionen seien nicht leicht zu planen, meint Danijela Bašic, die alles koordiniert: «Die Leute haben Angst um ihre Jobs, sind Repressionen ausgesetzt.» Allerdings waren die meist spektakulären Aktionen der Bauarbeiter oft von Erfolg gekrönt. So wie die Einführung der Rente 60 vor 15 Jahren. Diese Frühpensionierung sei notwendiger denn je, sagt Danijela Bašic, denn die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen hätten sich immer weiter verschärft:

«Man baut immer mehr, immer schneller, mit immer weniger Leuten. Meine grösste Baustelle in der Stadt St.Gallen hat nur 34 Leute! Vor 20 Jahren wären es 70 Leute gewesen und sie hätten doppelt soviel Zeit gehabt.»

Obwohl eigentlich genug Arbeit für alle Baufirmen da wäre, sei ein absurder Wettbewerb um Aufträge entstanden. Zuerst streite man ewig über Geld, und erteile dann jener Firma den Auftrag, die das am günstigsten und schnellsten erledigen wolle – ganz egal wie unrealistisch es sei. «Wir sehen das grad auf dem Stadler-Areal in St.Margrethen. Eine Riesenbaustelle, die erst gerade gestartet hat. Abgabetermin ist der 20. Mai 2019 – realistisch wäre mindestens ein Jahr Bauzeit», so Danijela Bašic.

Baumeister wollen Praktikantenstatus ausweiten

Ein weiterer Diskussionspunkt in den LMV-Verhandlungen sei der Praktikantenstatus, den die Baumeister ausweiten wollten. «Eine Kategorie, die es eigentlich gar nicht gibt», sagt die Gewerkschafterin. Die Lohnklasse C im LMV decke die Handlanger bereits ab. Wenn diese Leute künftig nicht mehr den Mindestlohnvorgaben unterstehen müssen, fördere dies besonders in Grenzregionen, wie der Ostschweiz das Lohndumping: « Dann könnten ausländische Firmen einfach 90 Tage lang 20 Praktikanten für 1000 Euro anstellen». Der C-Mindestlohn liegt in der Region bei knapp 4500 Franken.

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