Baskin ficht Auslieferung an

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ETA-Aktivistin Die Schweiz will eine Baskin an Spanien ausliefern. Das Bundesamt für Justiz hat dies gestern bewilligt. Die ETA-Aktivistin hat laut Mitteilung nicht glaubhaft darlegen können, dass sie in Spanien gefoltert worden sei. Ob es zur Auslieferung kommt, ist dennoch offen: Die Baskin kann den Entscheid innert 30 Tagen anfechten. Das werde sie auch tun, sagte ein Vertreter eines Komitees, das ihre Interessen vertritt. Zudem wird die Frau nur ausgeliefert, wenn ihr Asylgesuch abgelehnt wird.

Die Baskin – eine Ex-Stadt­rätin der Kleinstadt Asteasu – war im April 2016 in Zürich festgenommen und in Auslieferungshaft versetzt worden. In Spanien war sie 2009 wegen Unterstützung der Untergrundorganisation ETA verurteilt worden – ursprünglich zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und neun Monaten. Die Strafe wurde kürzlich auf drei Jahre und sechs Monate reduziert. Die Frau tauchte unter und lebte nach eigenen Angaben seit 2009 unter falscher Identität in der Schweiz. Im Auslieferungsverfahren machte sie geltend, sie sei in Spanien auf der Grundlage eines unter Folter abgelegten Geständnisses verurteilt worden. Zudem rügte sie, die spanischen Behörden hätten ihre Anzeige wegen Folter nicht ernsthaft untersucht. (sda)