BADEN: Geri Müller aus Stadtregierung gejagt

Der 2014 wegen der «Nackt-Selfie»-Affäre in die Schlagzeilen geratene Geri Müller ist als Stadtammann abgewählt worden. Der 56-Jährige schaffte auch die Wiederwahl als einfaches Mitglied der Stadtregierung nicht.

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Geri Müller scheidet überraschend im ersten Wahlgang komplett aus der Badener Stadtregierung aus. Er wurde von zwei Kandidatinnen in der Endauszählung überholt. Seit 2006 gehörte der er der Exekutive an, seit 2013 war der Grünen-Politiker Stadtammann. Müller war im Sommer 2014 ins nationale Rampenlicht gerückt worden. Damals berichtete die «Schweiz am Sonntag», dass Müller aus seinem Stadthausbüro einer Chat-Bekannten Nacktbilder von sich geschickt hatte. Danach soll er sie zum Löschen der Mitteilungen aufgefordert haben. Als Folge der «Nackt-Selfie»-Affäre entband die Stadtexekutive Müller vorübergehend von seinen Führungs- und Re­präsentativaufgaben. Die Oberstaatsanwaltschaft Aargau verzichtete darauf, ein Verfahren ­wegen Amtsmissbrauchs gegen Müller einzuleiten. Bei den Nationalratswahlen im Herbst 2015 trat Müller nicht mehr an. Die ehemalige Chat-Partnerin wurde im vergangenen Jahr von der Staatsanwaltschaft Jura-Seeland in Biel per Strafbefehl zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt. Sie wurde schuldig gefunden der ­Beschimpfung, üblen Nachrede, versuchten Nötigung, Urkundenfälschung und des unbefugten Aufnehmens von Gesprächen.

Nachzählung für siebten Stadtratssitz nötig

Alle sieben Sitze des Badener Stadtrates sind gestern bereits besetzt worden – allerdings ist noch offen, wer den siebten Sitz tatsächlich gewinnt. Zwei Kandidierende liegen über dem absoluten Mehr. Daher wurde eine Nachzählung für Karin Bächli (SP) und Sandra Kohler (parteilos) anberaumt. Eine der beiden Frauen wird als überzählig ausscheiden. Für die Wahl des Stadtammanns und des Vizeammanns ist die Stichwahl nötig. Sie findet am 26. November statt. Im ersten Wahlgang erreichte keiner der drei Kandidierenden, die neben Müller antraten, das absolute Mehr. (sda)