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Die Schweizer Autorinnen und Autoren lehnen sich gegen die Bibliotheken auf

Bibliotheken sollen höhere Subventionen verlangen, statt bei den Entschädigungen der Autoren zu sparen. Dies fordern die Schweizer Autorinnen und Autoren.
Yann Schlegel
Immer weniger Bücher und andere Medien gehen gegen eine Gebühr über den Tresen in Bibliotheken. (Bild: Keystone)

Immer weniger Bücher und andere Medien gehen gegen eine Gebühr über den Tresen in Bibliotheken. (Bild: Keystone)

Die Faustregel ist einfach: Wenn Max Muster ein Buch liest und dafür einen Beitrag bezahlt, entschädigt er den Autor. Leiht er das Buch kostenlos aus, geht der Autor in der Schweiz leer aus. In den meisten europäischen Ländern ist dies anders. Sie kennen seit 1993 das Verleihrecht. Dieses regelt, dass für jedes ausgeliehene Buch eine Gebühr an den Autor geht. Als der Bundesrat bei der Revision des Urheberrechtes vor rund drei Jahren ebenfalls eine Verleihgebühr einführen wollte, wehrten sich die Bibliotheken von Genf bis Romanshorn. Die Gebühr auf kostenlos ausgeliehene Bücher war in der Schweiz vom Tisch.

Der Verband der Autorinnen und Autoren der Schweiz (AdS) möchte seit vierzig Jahren eine Verleihgebühr, beugte sich aber dem Druck der Bibliotheken, die von der Politik stark gestützt sind. Autoren erhielten weiterhin einen Anteil für Bücher, welche Bibliotheken zu einer Gebühr ausliehen. Diese Praxis schreibt das Vermietrecht vor. «Das Vermietrecht war immer unbestritten», sagt AdS-Geschäftsführerin Nicole Pfister Fetz. Dass Bibliotheken nun dieses Grundprinzip über den Haufen werfen wollen, sei schwer zu verstehen. Die Bibliotheken werden heute schweizweit mit rund einer halben Milliarde Franken subventioniert. «Sie wehren sich gegen einige hunderttausend Franken Urheberrechtsentschädigungen, also weniger als ein Viertelprozent der staatlichen Mittel an die Bibliotheken», sagt Pfister Fetz. Bibliotheken und Autoren sollten, so die Geschäftsführerin, besser ihre Kräfte bündeln und um bessere Budgets kämpfen.

Einnahmen brechen ein

Bibliotheken und Urheber leiden unter finanziellen Einschränkungen. Pro Litteris als Urheberrechtsgesellschaft, welche die Autoren vertritt, verzeichnete zuletzt stark rückläufige Einnahmen. Immer weniger Bücher und andere Medien wie DVDs gehen gegen eine Gebühr über den Tresen in der Bibliothek. Pro Litteris erhielt 2011 noch 415 000 Franken als Entschädigung der Urheber. Sechs Jahre später waren es bloss noch 150 000 Franken. Über die Eidgenössische Schiedskommission erwirkte Pro Litteris, dass die Autoren künftig an den Jahresbeiträgen der Bibliotheken mitverdienen. Der Geldtopf, aus welchem Pro Litteris die Autoren entschädigt, sollte wieder wachsen. Bibliosuisse, die Vertreterin der Bibliotheken, sprach von einem Verleihrecht durch die Hintertür. In diesem Streit reagierten die Bibliotheken mit der Forderung an die Politik: Im Urheberrechtsgesetz, das sich in der parlamentarischen Beratung befindet, soll ein zusätzlicher Passus die Bibliotheken vor Abgaben auf Jahresbeiträge schützen. Das Vermietrecht, das den Urhebern die letzten Einnahmen garantiert, wankt.

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