Automatische Züge statt Beton

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Pilotprojekt Der Test der Südostbahn (SOB) mit selbstfahrenden Zügen soll im Toggenburg konkreter werden. Die SOB hat beim Bundesamt für Verkehr (BAV) einen Antrag eingereicht, um eine Ausschreibung zu finanzieren. Direktor Thomas Küchler bestätigte auf Anfrage einen Bericht der Fachzeitschrift «Schweizer Eisenbahn-Revue». Am Anfang soll der Versuchsbetrieb auf der Strecke von Wattwil nach Nesslau erfolgen – und nicht auf jener nach Mogelsberg. Selbstfahrende Züge könnten auf dieser Linie die Einführung des Halbstundentaktes ermöglichen, ohne dass teure Ausbauten nötig wären, sagt Küchler. Der dichtere Fahrplan wäre mit nur einem Triebzug machbar, da sich die Wendezeit in den Endbahnhöfen dank automatischer Technik verkürzen würde. Auf den Bau einer Kreuzungsstation in Krummenau oder eine Wendeschlaufe in Nesslau könnte die SOB verzichten.

Im Schweizer Bahnverkehr wären selbstfahrende Züge eine Premiere. Der Betrieb wäre am Anfang aber nicht vollautomatisch, sagt Küchler. «Wir wollen uns schrittweise ans Thema herantasten und abklären, ob dies Sinn macht.» Es geht also vorderhand darum, die Produktivität zu erhöhen, auch wenn noch ein Lokomotivführer mitfährt. Der Versuchsbetrieb soll neben der Zweigstrecke nach Nesslau auch den Knotenbahnhof Wattwil umfassen, der weiter von herkömmlichen Zügen befahren würde. In einem zweiten Schritt soll der Test auf die Strecke nach Brunnadern ausgedehnt werden. (tga)