Wandertipp: Auf Umwegen nach Kümmertshausen

Erntezeit in Mostindien:Ein Sonntagsspaziergang von Erlen nach Kümmertshausen während der Apfellese.

Jonas Manser
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18 Bilder

Die Wanderung im Überblick

Start: Erlen Bahnhof
Ziel: Kümmertshausen, Haltestelle Hauptstrasse
Strecke: 6 Kilometer
Wanderzeit: 90 Minuten
Aufstieg: 86 Meter
Abstieg: 55 Meter
Ausrüstung: gutes Schuhwerk
Gaststätten: Mehrere Verpflegungsmöglichkeiten in Erlen
Öffentlicher Verkehr: Bahnhof Erlen; Haltestelle Hauptstrasse: Richtung Erlen oder Amriswil
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000, Blatt 1054 Weinfelden. (jm)

1. Bahnhof Erlen Der Spaziergang startet am Bahnhof Erlen.Dies ist die letzte Gelegenheit, sich noch Proviant für die kurze Wanderung zu besorgen. Nach dem Bahnübergang geht es links zuerst entlang der Kümmertshauserstrasse. Anstatt direkt der Strasse nach Kümmertshausen zu folgen, führt die Route nach rund 250 Metern links in die Guggenbühlstrasse. Das Wohnquartier hinter sich gelassen, gelangt man nach ein paar Minuten an ein Pferdegehege. Alles andere als scheu nähern sich die grasenden Pferde sofort – anscheinend sind sie die Nähe zu Menschen gewohnt und lassen sich streicheln.

2. Stall Strupler Die Pferde gehören zum Stall Strupler, an dem der Weg vorbeiführt. Der Stall ist Pferdepension, Zucht und Ausbildungsort zugleich. Ausgebildet werden dort sowohl Reiter als auch Pferde. In einem kleineren Gehege vor dem Hof fressen Shetlandponys zufrieden ihr Heu. Von nebenan sind metallische Klänge zu hören:Ein Pferd bekommt neue Hufeisen verpasst.

3. Guggenbühl Weiter geht es einen kurzen Stich hinauf nach Guggenbühl. Dort führt der Weg rechts an einem Ziergarten vorbei. Hier gelangen die Spaziergänger auch an die erste Apfelplantage – eine von vielen. Der Thurgau wird nicht umsonst Mostindien genannt: Jeder dritte Tafelapfel und jeder zweite Mostapfel der Schweiz kommt von hier. In diesem Frühjahr gab es eine frühe Blüte, was meist auch eine frühere Ernte bedeutet. Die Hitze in diesem Jahr hat dies zusätzlich verstärkt.Die Produzenten klagen über die Trockenheit, denn die Früchte wachsen nicht mehr richtig, sie werden notreif und müssen geerntet werden. So tragen die Bäume Anfang September bereits keine Äpfel mehr. Nur noch die leeren Behälter zeugen von der Apfellese. 4 Buch

4. Buch bei Kümmertshausen Die Wanderung führt an den Apfelplantagen vorbei in den Wald.Kurz vor dem Waldeingang findet sich noch ein grösseres Bienenhaus. Der Weg durch den Wald führt bis nach Buch bei Kümmertshausen. Dort geht es entlang der Strasse «Unterdorf»in Richtung Bruster weiter. Am Strassenrand herrscht reger Betrieb: Die letzten Äpfel werden noch eingesammelt. Die Traktoren sind geparkt; maschinell unterstützt, wird das geerntete Obst geprüft und aussortiert.Nach rund einem Kilometer gelangt man an eine Kreuzung,wo nach rechts abgebogen wird.

5. Kümmertshausen Der Strasse Neuhaus folgend begrüsst einen, wenn man Glück hat, in Neuhaus noch ein Esel. Durch einen kurzen Waldabschnitt gelangt man zurück auf die Hauptstrasse –diesmal jedoch auf der anderen Seite von Kümmertshausen. Der Weg führt rechts der Strasse entlang ins Dorf hinein, das die nördliche Grenze des Gemeindegebietes bildet. Im thurgauischen Urkundenbuch wurde das kleine Kümmertshausen das erste Mal am 12. April 771 erwähnt. Dazumal hiess es noch Chuniperteswilari. Es erhielt seinen Namen von einem gewissen Chunibert, der seinen Besitz in Kümmertshausen «um seines Seelenheils willen» an das Kloster St.Gallen übertrug. Das Herz des Ortes bildet ein hofartig angelegter Dorfplatz, auf dem Abt Ulrich Rösch im Jahr 1468 wahrscheinlich die Kriegsgemeinde versammelte,wie es auf der Homepage der Gemeinde Erlen heisst. Die Orte Kümmertshausen und Engishofen werden erst 1816 der Munizipale Erlen zugeteilt. Bis dahin bildeten sie seit 1798 zusammen mit Unterlöwenhaus und Kratz die eigenständige Munizipalgemeinde Kratz.

6. Haltestelle Hauptstrasse Am anderen Ende des Dorfes befindet sich die Haltestelle des Postautos, das in Richtung Erlen oder Amriswil fährt.

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