Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Auf Luzerner Wiesen blüht es wieder

Seit rund einem Jahrzehnt fördert der Kanton Luzern aktiv die Rückkehr von artenreichen Blumenwiesen. Er setzt dabei auf Saatgutmischungen, wie sie typisch sind für die Region. Das Resultat kann sich sehen lassen.
Carlo Schuler
Das Anlegen einer Blumenwiese will gelernt sein. (Bild: fotolia)

Das Anlegen einer Blumenwiese will gelernt sein. (Bild: fotolia)

LUZERN. Artenreiche Blumenwiesen waren noch vor einigen Jahrzehnten ein selbstverständlicher Anblick. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft wurden die Wiesen eintöniger: Löwenzahn und Hahnenfuss statt Wiesensalbei und Skabiose.

Das Anlegen will gelernt sein

Verschiedene Kantone versuchten in den letzten Jahren, dieser Entwicklung mit Förderpro-grammen Einhalt zu gebieten. Zu den besonders aktiven gehört Luzern. Sein Förderprogramm geht auf die Jahre 2001/2002 zurück. Bis und mit letztes Jahr wurden an rund 600 Standorten insgesamt rund 400 Hektaren Blumenwiesen angesät. In diesem Jahr allein kamen 80 Hektaren hinzu.

Für eine Neuansaat braucht es einiges an Vorwissen. Diese Erfahrung haben schon etliche Hobbygärtner gemacht, die ihren Rasen zu einer blühenden Blumenwiese umfunktionieren wollten. «Die Blumen brauchen viel Licht zum Keimen; daher haben sie in einem bestehenden Bestand keine Chance», erklärt Ingrid Schär von der Abteilung Landwirtschaft des Kantons Luzern. In Luzern müssen Landwirte, die eine Neuansaat planen, einen halbtägigen Kurs besuchen, bei dem die richtige Ansaattechnik vermittelt wird. Der Kanton macht den Kursbesuch zur Bedingung für die Übernahme der Saatgutkosten.

In Zusammenarbeit mit Fachleuten wurden spezielle Wiesenblumenmischungen zusammengestellt. Diese beinhalten Arten, wie sie im Kanton typischerweise vorkommen. Mit rund 40 Arten ist die Pflanzenvielfalt in den Mischungen gross.

Schönste Wiese des Kantons

In Oberschongau, ganz im Norden des Kantons Luzern, bewirtschaften Daniela und Sepp Koch einen viereinhalb Hektaren grossen Betrieb. Der Haldenhof liegt auf einer Meereshöhe von 780 Metern, hoch über dem Hallwilersee. Nach Süden öffnet sich der Blick gegen den Pilatus und die Alpen. Vor einigen Jahren wurde die Wiese der Kochs in einem Wettbewerb als die schönste Blumenwiese des Kantons ausgezeichnet.

Hier findet man Gräser und Blumen, die andernorts längst verschwunden sind. Angesät hat Sepp Koch die Wiese in den Jahren 2004 und 2005. Die grösste Veränderung sieht der Landwirt im Ertrag beim Heuen. In den ersten Jahren sei die Wiese ausgesprochen üppig gewachsen, nun aber sei sie sehr mager geworden. Dafür ist die Natur hier noch intakt: «Ich denke, dass es hier dank der vielen Blumen bedeutend mehr Schmetterlinge und Bienen zu sehen gibt als anderswo.»

Für Hochlandrinder

Damit dies auch in Zukunft so bleibt, nehmen die Kochs einiges in Kauf: Sie verzichten auf den Einsatz von Dünger, Scheibenmäher und Mähaufbereiter.

Auch sein Vieh hat Sepp Koch den neuen Gegebenheiten angepasst: Er bewirtschaftet den Betrieb mit schottischen Hochlandrindern, weil diese mit dem mageren Futterangebot der Blumenwiese gut zurechtkommen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.