ATOMMÜLL: Drei Endlager-Standorte stehen zur Auswahl

Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost: Der Bundesrat will diese drei Standorte für Tiefenlager vertieft untersuchen lassen. Das letzte Wort dürfte das Volk haben.

Nicolas Hehl (sda)
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Bis die Lagerstätten zur Verfügung stehen, dürften noch rund 40 Jahre vergehen. Das Tiefenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle soll gemäss Bund 2050, jenes für hochradioaktive Abfälle 2060 in Betrieb gehen. Frühester Baubeginn ist 2045.

Der Bundesrat hat nun einen weiteren Zwischenschritt auf diesem langen Weg gemacht. Er leitete den Abschluss der Etappe zwei des Standortauswahlverfahrens ein. Diese war 2011 gestartet worden und soll Ende 2018 mit einem Ergebnisbericht abgeschlossen werden. Einen Entwurf des Ergebnisberichts hat die Landesregierung gestern in die Vernehmlassung geschickt. Damit kann sich die Öffentlichkeit zur Standortsuche äussern.Festgehalten werden soll am Standort Nördlich Lägern. Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) wollte eine weitere Untersuchung dieses Gebiets ­zurückstellen, also faktisch verzichten. Dafür seien nicht ausreichend Daten vorhanden, argumentierte daraufhin das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi). Es empfahl deshalb, an den drei Standorten festzuhalten.

Bundesrat und Parlament entscheiden mit

Nach dem Abschluss der zweiten Etappe beginnt die entscheidende Etappe des Verfahrens. Darin sollen die drei Standorte Jura Ost im Kanton Aargau, Nördlich Lägern in den Kantonen Aargau und Zürich sowie Zürich Nordost in den Kantonen Thurgau und Zürich vertieft untersucht werden. In Etappe drei muss die Nagra die Vor- und Nachteile eines Kombilagers für beide Abfallkategorien prüfen. Auf dieser Basis entscheidet die Nagra, für welche Standorte sie ein Rahmenbewilligungsgesuch ausarbeiten will. Dieses muss vom Bundesrat und dem Parlament genehmigt werden. Das Volk dürfte aber das letzte Wort haben.

In Etappe eins hatte die Nagra zunächst sechs Standorte vorgeschlagen. Die Gebiete Jura-Südfuss (AG/SO), Südranden (SH) und Wellenberg (NW/OW) werden in der dritten Etappe ­jedoch nicht weiter untersucht. Allerdings verbleiben sie bis zur Erteilung der Bewilligung als Reserveoptionen für ein Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle im Sachplan.

Die möglichen Standortkantone bezeichnen das bisherige Auswahlverfahren als fair und transparent. Es gibt aber auch Kritik. Sie bemängeln, dass sich der Bund bei der Verfahrensführung zu oft auf die formale Abhandlung vorgesehener Schritte beschränke. In der Planung fehlten bis heute klare Vorstellungen über die Bautechnik sowie zur Rückholbarkeit der Abfälle.

Nicolas Hehl (SDA)