Armee vermisst mehrere Kilo Sprengmittel

Militärjustiz In der Infanterie-Durchdiener-Rekrutenschule in Aarau sind mehrere Kilogramm Sprengmittel verschwunden. Das fiel vergangenen Freitag während der Kontrolle der Munitionskisten auf.

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Militärjustiz In der Infanterie-Durchdiener-Rekrutenschule in Aarau sind mehrere Kilogramm Sprengmittel verschwunden. Das fiel vergangenen Freitag während der Kontrolle der Munitionskisten auf. Es sei ein «mutmasslicher Verlust» festgestellt worden, teilte das Verteidigungsdepartement gestern in einem knappen Communiqué mit. Mutmasslich deshalb, weil laut Armeesprecher Daniel Reist noch gar nicht klar ist, ob die Sprengmittel überhaupt verschwunden sind. «Es könnte sich um einen Diebstahl handeln oder um einen Fehler bei der Buchhaltung.» Das müsse nun abgeklärt werden. Die Untersuchung wird von der Militärjustiz durchgeführt.

Armee und Militärjustiz geben sich zugeknöpft

Fakt ist: Die Sprengmittel wurden in einem Munitionsmagazin aufbewahrt, zu dem nur gewisse Angehörige der Armee Zutritt haben. Die Sprengmittel werden jedoch laut Reist auch bei Übungen verwendet. Wann sie genau verschwunden sind, konnte er gestern aber nicht sagen. Unklar ist auch, um welche Art von Sprengmitteln es sich handelt. «Dazu gehören Sprengstoff, Zündschnüre oder Sprengkapseln», so der Armeesprecher. Mehr wollte er zum Fall nicht sagen. Auch die Militärjustiz gab sich zugeknöpft. Man sei erst am Anfang der Ermittlungen und wolle das Verfahren nicht gefährden, begründete Sprecher Tobias Kühne auf Anfrage.

Steine statt Granaten in der Munitionskiste

Laut Reist kommt so ein «Verlust» nur selten vor. Einen grösseren Diebstahl gab es im Jahr 2012 in der Ostschweiz. Damals wurden zwölf Explosiv-Übungshandgranaten aus der Rekrutenschule in Neuchlen bei Gossau gestohlen. Der Dieb hatte die Granaten in der Munitionskiste durch Steine ersetzt. 2014 wurde ein Obergefreiter aus Winterthur wegen des Diebstahls vom Militärgericht zu einer bedingten Freiheitsstrafe und einer bedingten Geldstrafe verurteilt. Zudem wurde er von der Armee ausgeschlossen. Der Angeklagte zog das Urteil weiter und wurde im vergangenen August freigesprochen. Gemäss Kühne ist der Fall noch nicht rechtskräftig und im Moment vor der dritten Instanz hängig. (mbu)