ARMEE: Ständerat fordert Cyberkommando

Die kleine Kammer will den Schutz vor Computerangriffen ausbauen. Der Bund soll ein Spezialkommando von mehreren hundert Mann bilden.

Laura Widmer
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Der Bundesrat soll ein Cyber- Defence-Kommando aufbauen: Der Ständerat hat gestern eine entsprechende Motion von Josef Dittli (FDP, UR) angenommen. Ziel ist ein Kommando von 100 bis 150 IT-Spezialisten, dazu kämen bis zu 600 Milizsoldaten. Ausgebildet würde die Truppe in einer speziellen Cyber-RS. «Die Schweiz hat heute zu wenige Mittel, um angemessen auf Cyberkriminalität zu reagieren», sagt Dittli. Die Bedrohung und Gefährdung sei aber da. Der Bundesrat beantragte die Ablehnung der Motion, obwohl er sich mit deren Inhalt weitgehend einverstanden zeigte. Verteidigungs­minister Guy Parmelin wandte­ ­jedoch ein, die Ausbildung der Cyberspezialisten sei mit den traditionellen Ausbildungsmodellen der Armee nicht möglich. Er wolle auf vorhandenen Kompetenzen aufbauen und brauche darum Fachleute, die bereits ein Diplom hätten. Dafür sei er im Gespräch mit Hochschulen und Universi­täten.

Ständerat Erich Ettlin (CVP, OW) erwiderte, die Cyber-RS könnte Zivildienstleistende für die Rekrutenschule begeistern. Er schlug vor, diese RS auch für militärdienstuntaugliche Personen zu öffnen: «Wir brauchen talentierte Köpfe.»

Bereits am vergangenen Mittwoch hatte der Ständerat eine Verstärkung der Cybersicherheit beschlossen, indem er eine Motion des Zuger FDP-Ständerats Joachim Eder überwies. Der Bund soll nebst dem Cyberkommando auch ein Kompetenzzentrum für Cybersecurity gründen. Nun gehen die beiden Vorstösse in den Nationalrat.

Laura Widmer