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ARBEITSKONFLIKT: SDA-Führung und Redaktion wieder im Gespräch

Der Verwaltungsrat der Nachrichtenagentur SDA ist bereit, mit Vertretern der Redaktion in Verhandlungen zu treten. Er verlangt jedoch die Sistierung des Streiks bis zum Ende der Gespräche.

Der Arbeitskonflikt bei der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA) dauert an. Immerhin hat der Verwaltungsrat an einer ausserordentlichen Sitzung vom Mittwochabend entschieden, mit der Redaktionskommission Kontakt aufzunehmen und auf gestern Vorgespräche zu terminieren. Ein erstes Gespräch zwischen einer Delegation des Verwaltungsrats (Präsident Hans Heinrich Coninx, Vizepräsident Hanspeter Lebrument und Matthias Hagemann) und drei Vertretern der Redaktionskommission fand inzwischen denn auch statt. Der Verwaltungsrat zeigte sich dabei bereit, Verhandlungen über verschiedene Punkte aufzunehmen. Er macht dafür aber zur Bedingung, dass der Streik bis zum Ende der Verhandlungen aus­gesetzt werde. Laut Sebastian ­Gänger, Sprecher der Redaktionskommission, wird heute Vormittag eine Vollversammlung der Redaktion über das weitere Vorgehen entscheiden. Bis zu diesem Zeitpunkt werde der Streik aber fortgeführt.

Forderung nach Sistierung der Kündigungen

Die SDA-Redaktion befindet sich in einem unbefristeten Streik, um gegen den aus finanziellen Gründen erfolgenden Abbau von rund einem Viertel der 150 Stellen zu protestieren. Vor allem die Wirtschafts-, die Ausland- und die Kulturredaktion sind betroffen.

Die Journalistinnen und Journalisten der Agentur fordern, dass die inzwischen bereits ausgesprochenen Kündigungen und Änderungskündigungen bis zum Vorliegen einer Zukunftsstrategie sistiert werden. Ernsthafte Verhandlungen der Sozialpartner seien das Ziel. Für alle Betroffenen müsse ein guter Sozialplan zum Tragen kommen. Insbesondere für die von einer Kündigung betroffenen älteren Mitarbeitenden sei eine Lösung zu finden, die sie finanziell nicht in die Misere stürze. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, haben die Journalistinnen und Journalisten der Nachrichtenagentur nach einem Warnstreik in der vergangenen Woche am Dienstag die Arbeit unbefristet nieder­gelegt.

Auch im Bundesrat ein Thema

Der Arbeitskonflikt bei der SDA weckt inzwischen über die Medien­branche hinaus Besorgnis. So war er auch an der Sitzung des Bundesrates von vergangenem Mittwoch Thema. Laut dessen Sprecher André Simonazzi drückt die Landesregierung ihre Hoffnung aus, dass die Sozialpartner eine Lösung in diesem Konflikt finden. An ihrer Sitzung von Mitte Februar will sich zudem auch die nationalrätliche Kommission Verkehr und Fernmeldewesen mit dem Thema Depeschenagentur befassen, wie deren Präsidentin Edith Graf-Litscher (SP/TG) mitteilt. Geplant sei eine An­hörung mit dem SDA-Direktor, Vertretern der Redaktionskommission sowie der Gewerkschaft Syndicom.

Die Nachrichtenagentur SDA befindet sich in finanziellen Nöten, weil ihre Abnehmer, insbeson­dere die Zeitungen, aufgrund der schwindenden Inserateeinnahmen mit der Agentur hart verhandelten und dabei erfolgreich um Rabatte feilschten.

Richard Clavadetscher

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