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Interview

Appenzell Innerrhoden: Daniel Fässler tritt als Landammann ab – «Es ist ein kalkulierter Rücktritt»

Landammann Daniel Fässler hat auf die Landsgemeinde vom 28. April 2019 seinen Rücktritt aus der Standeskommission erklärt. Im Interview erklärt er seine Beweggründe.
Roger Fuchs, Tim Naef
Landammann Daniel Fässler auf dem Weg zur Landsgemeinde. (Bild: Keystone)

Landammann Daniel Fässler auf dem Weg zur Landsgemeinde. (Bild: Keystone)

Der 58-jährige Daniel Fässler war 2008 von der Landsgemeinde zum Landammann gewählt worden. In dieser Funktion stand er in den vergangenen zehn Jahren dem Volkswirtschaftsdepartement des Kantons Appenzell Innerrhoden vor.

Zuvor war er von 1999 bis 2004 Mitglied des Bezirksgerichts Appenzell, von 2004 bis 2008 gehörte er dem Kantonsgericht an. Daniel Fässler wurde von der Landsgemeinde insgesamt sechs Mal zum regierenden Landammann gewählt (2010/11, 2011/12, 2013/14, 2014/15, 2017/18 und 2018/19).

Mit dem Rücktritt auf die Landsgemeinde 2019 beendet er seine Tätigkeit traditionsgemäss auf das Ende einer Amtsdauer als regierender Landammann. «Die Würdigung der Verdienste von Landammann Daniel Fässler wird an der Landsgemeinde vorgenommen», schreibt die Staatskanzlei in der Mitteilung.

Daniel Fässler, nach elf Jahren in der Standeskommission treten sie an der Landsgemeinde 2019 nicht mehr an. Was ist los?

Ich stelle fest, dass mein Entscheid die Leute überrascht. Doch ich habe diesen Entschluss bereits vor zwei Jahren gefällt und es ist nicht aus einer Laune oder einem Ereignis heraus oder weil ich die Freude am Amt verloren hätte – im Gegenteil. Der richtige Zeitpunkt für einen Landammann ist in der Regel nach den beiden Jahren im Amt als regierender Landammann. Das ist bei mir nächstes Jahr der Fall. Zudem wäre ich in vier Jahren bereits 63 Jahre alt. Kurz: Es ist ein kalkulierter Rücktritt, den ich für Innerrhoder Verhältnisse früh kommuniziere, so dass die Parteien und Verbände genug Zeit haben, eine Nachfolge zu suchen.

Sie sind also weder amtsmüde noch gesundheitlich angeschlagen.

Überhaupt nicht. Ich bin kerngesund und noch immer voller Elan. Aber es ist natürlich auch eine anspruchsvolle Aufgabe, das Amt als Landammann und jenes als Nationalrat unter einen Hut zu bringen. Ich war in den letzten Jahren schweizweit der einzige, der ein solches Doppelmandat innehaben durfte.

Innerrhoden kennt keine Amtszeitbeschränkung. Das hatte zur Folge, dass sich andere Regierungsratsmitglieder schon dem Vorwurf der Sesselkleberei ausgesetzt sahen. Inwiefern spielte diese Diskussion mit bei ihren Überlegungen?

Nach elf Jahren kann nicht ernsthaft von „Sesselkleberei“ gesprochen werden. Mein Rücktritt ist ein ganz persönlicher Entscheid, und für mich zum richtigen Zeitpunkt.

Sie mussten auch Kritik einstecken. Beispielsweise letztes Jahr wegen der Landsgemeindeführung und ganz zu Beginn ihrer Landammanntätigkeit gab es den Fall «Sepp Moser» mit Vorwürfen der Unredlichkeit. Wie fest hat solches belastet?

Letztlich gehört es dazu, dass man in einer solchen Funktion der Kritik ausgesetzt ist. Vor allem dann, wenn man eine Person ist, die eine klare Meinung hat und führt. Getroffen hat mich Kritik vor allem dann, wenn Unwahrheiten oder Unterstellungen gemacht wurden. Solche Vorwürfe finden oft einen grossen Niederschlag und Richtigstellungen sind anschliessend schwierig. Auf einzelnes will ich nicht näher eingehen.

Nach elf Jahren ziehen sie an der kommenden Landsgemeinde nun einen Schlussstrich. Wo sehen sie ihre persönlichen Verdienste?

Ich durfte dem Kanton in einer Zeit dienen, in der sich dieser stark verändert hat. Wir hatten beispielsweise ein überdurchschnittliches Beschäftigungswachstum. Dies löst umgekehrt aber auch die Angst aus, ob bei einer solchen Entwicklung die Identität gewahrt werden kann. Mir war wichtig, die Überzeugung zu schaffen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Zu Beginn meiner Tätigkeit lag auch eine grosse Liste mit Investitionsvorhaben vor uns. Es freut mich sehr, dass das Volk inzwischen einigen Projekten zugestimmt hat, zum Beispiel einem neuen Hallenbad. Ein grosses Anliegen war mir die Zusammenarbeit über die Kantonsgrenzen hinweg. Die Zustimmung der Landsgemeinde zum Kulturlastenausgleich und zur Durchmesserlinie hatte mich daher sehr gefreut.

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