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Amherd drückt bei den neuen Drohnen aufs Tempo

Im Dezember erhält die Armee ihre erste neue Drohne - sie soll noch vor der Zertifizierung der Öffentlichkeit präsentiert werden
Henry Habegger
Drohne des Typs Hermes 900 den die Schweiz kauft. (Bild: Elbit Systems)

Drohne des Typs Hermes 900 den die Schweiz kauft. (Bild: Elbit Systems)

Das Debakel um den Kampfjet-Gripen steckt Sicherheitspolitikern und Offizieren bis heute in den Knochen. Der Schweden-Jet scheiterte 2014 an der Urne. Nicht zuletzt deshalb, weil er nicht fertig entwickelt war und als «Papierflieger» Schlagzeilen machte.

Und jetzt geht ein neues «Papier»-Gespenst um: Die «Papierdrohne». Im September 2018 brauchte der jurassische SP-Sicherheitspolitiker Pierre-Alain Fridez den Ausdruck in einem Vorstoss: Die von der Schweiz in Israel bestellte neue Aufklärungsdrohne Hermes 900 sei «eine Papierdrohne», mutmasste er. Weil das im Rüstungsprogramm 2015 bestellte unbemannte Aufklärungsflugzeug auch Jahre später noch nicht fertig entwickelt war. Die Hermes-Drohne wurde für die Schweiz umkonstruiert, unter anderem wurde ein Dieselmotor eingebaut.

Präsentation schon im Dezember?

Diesem Papier-Gerücht um die neue Drohne will Verteidigungsministerin Viola Amherd (CVP) jetzt offensichtlich rasch ein Ende bereiten. Im Dezember erhält die Schweiz mit Verspätung die erste der insgesamt sechs israelischen Drohnen ausgeliefert. Und kaum ist das Vehikel da, soll es, so der Plan, auch schon der Öffentlichkeit vorgestellt werden, wie Recherchen zeigen. Mitsamt Flugdemo, so die Idee.

Kaj-Gunnar Sievert, Sprecher der VBS-Beschaffungsabteilung Armasuisse, bestätigt: «Die Drohne ADS15 wird im Rahmen eines Medienanlasses den Medien vorgestellt. Das Datum ist noch nicht bestimmt.»

ADS15 steht für Aufklärungs-Drohnen-System 2015. Das ist die Bezeichnung des VBS für das neue Drohnensystem.

Mit der geplanten raschen Präsentation legt das VBS im Vergleich zu früher einen Zacken zu. Bisher war es Usanz, derartige Neuanschaffungen erst einmal zu prüfen und zu zertifizieren und erst danach der Öffentlichkeit vorzustellen. Mit dem Resultat, dass sich zwischenzeitlich Spekulationen und Gerüchte breit machen konnten.

Zertifizierung braucht Zeit

Laut dem Armasuisse-Sprecher wird im Dezember zunächst eine Drohne ausgeliefert. Nach der Ablieferung muss das Vehikel noch zertifiziert werden, und das dauert. «Die Zertifizierung wird durch die Schweizer Militärluftfahrtbehörde in Zusammenarbeit mit dem Zulassungsbüro der Armasuisse gemacht», teilt der Armasuisse-Sprecher mit. «Dies basiert auf einer Zulassung durch die zivile israelische Luftfahrtbehörde und berücksichtigt zusätzliche militärische Aspekte.»

Das Parlament bewilligte 2015 einen Kredit von 250 Millionen für die sechs neuen Drohnen. «Projekt ist aktuell immer noch im Rahmen der damals bewilligten Kosten», so die Armasuisse.

Die Auslieferung erfolgt verspätet, die Drohne sollte eigentlich bereits im November 2019 in der Schweiz im Einsatz sein. Jetzt aber wird es Herbst 2020, bis das unbemannte Flugzeug im Einsatz ist. Das ist ein Problem unter anderem für das Grenzwachtkorps, weil das alte Drohnensystem ADS95 im November 2019 eingemottet wird. Die entstehende Lücke soll mit Helikopterflügen gestopft werden, wie der Tages-Anzeiger berichtete.

Die neue Hermes-Drohne ist vollgestopft mit Hightech. Sie ist bis zu 260 Stundenkilometer schnell und soll Einsatzzeiten bis 36 Stunden bewältigen können. Stationiert ist sie auf dem Militärflugplatz in Emmen LU. Die Drohne wird laut Armee «für die Überwachung von grossen Räumen, der Suche, Aufklärung und Verfolgung von Zielen eingesetzt».

Die Methode Amherd. Die CVP-Bundesrätin verlangt von ihrer Verwaltung also auch bei Drohnen Tempo und Transparenz. Gleichzeitig setzt sie mehr als ihre Vorgänger auf Teamgeist und Eigeninitiative, etwa bei der Kampfjetbeschaffung. Während bei früheren Kampagnen nur die Chefs informierten, können jetzt auch Piloten und andere Fachleute Vorträge zur Beschaffung halten, sofern sie dies vorher anmelden.

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