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Altersvorsorge: Wichtiger Schritt nach vorn

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Vania Alleva

Die Abstimmung über die Altersvorsorge 2020 schlägt hohe Wellen. Teile der Arbeitgeberschaft und von FDP und SVP versuchen, die Generationen gegeneinander auszuspielen und eine Neiddebatte loszutreten.

Fassungslos war ich, als ich vorletzte Woche die Äusserungen von FDP-Präsidentin Petra Gössi las. Gössi griff tief in die fremdenfeindliche Schublade, als sie behauptete, ein grosser Teil der zusätzlichen 70 Franken für Neurentner würde ins Ausland abfliessen. O-Ton Gössi: «Ihnen vergolden wir den Ruhestand auf Kosten der nächsten Generationen.»

Das ist beschämend. Zumal die FDP-Präsidentin weiss, dass es sich meist um AHV-Bezügerinnen und -Bezüger mit kleinen Renten von durchschnittlich nur 490 Franken pro Monat handelt. Sie gehen an Menschen aus Italien, Spanien und anderen Ländern, die die moderne Schweiz mit harter Arbeit mit aufgebaut haben. Tatsache ist, dass 2015 Ausländerinnen und Ausländer 9,4 Milliarden Franken in die AHV einzahlten, aber nur 310 Millionen Franken als Renten an nicht in der Schweiz wohnhafte Ausländerinnen und Ausländer flossen. Schauen wir also besser genau hin, worum es wirklich geht, statt unsägliche Schein­debatten loszutreten.

Die Abstimmung vom 24. Sep­tember wird die soziale Zukunft der Schweiz massgeblich beeinflussen. Die Alternative lautet: Wollen wir die solidarisch finanzierte und solide AHV stärken, das Rentenniveau sichern und stossende Lücken bei der zweiten Säule schliessen? Oder setzen sich jene durch, welche die AHV ausdünnen und das Rentenalter für alle auf 67 Jahre und mehr ­erhöhen wollen?

Wer genauer hinschaut, entdeckt: Die Reform ist ein wichtiger Schritt nach vorn. Sie sichert das heutige Rentenniveau und bringt wichtige Verbesserungen, die auch den Frauen zugutekommen.

Die Reform stärkt im System der Altersvorsorge die AHV und sichert ihre Finanzierung. Die 0,3 Mehrwertsteuerprozent, die bis Ende 2017 befristet an die IV gehen, fliessen künftig an die AHV (rund 1 Milliarde Franken!). 2021 kommen nochmals 0,3 Prozent dazu. Das ist wichtig, um den Renteneintritt der Babyboomer zu meistern. Ohne diese Zusatzfinanzierung würde die AHV in ein Milliardendefizit rutschen und ein enormer Druck für eine Erhöhung des Rentenalters entstehen.

Erstmals seit 40 Jahren werden die AHV-Renten substanziell erhöht. Alleinstehende, die neu in Rente gehen, erhalten 840, Ehepaare bis zu 2712 Franken pro Jahr mehr. Für Menschen mit kleinen Einkommen ist das eine spürbare Verbesserung. Für die halbe Million erwerbstätiger Frauen, die keine zweite Säule haben, ist dies ein wichtiger Schritt hin zu einem würdigen Leben im Alter.

Vor allem Frauen profitieren von einer Verbesserung: Teilzeitarbeitende werden in der zweiten Säule besser versichert. Die meiste Teilzeitarbeit leisten Frauen; sie haben heute im Schnitt deutlich tiefere PK-Renten als Männer. Hier sorgt die Reform mit der Abschaffung des fixen Koordinationsabzugs endlich für Korrektur.

Ein weiteres wichtiges Plus ist der bessere Schutz älterer Arbeitnehmender. Wer ab dem Alter von 58 Jahren seinen Job verliert, darf nicht mehr aus der Pensionskasse ausgeschlossen werden. Er oder sie können nicht mehr gezwungen werden, das Alterskapital vorzeitig aufzubrauchen, weil sie beispielsweise ausgesteuert sind.

Diese wichtigen Verbesserungen haben mich bewogen, mich trotz Erhöhung des Frauenrentenalters überzeugt für die Altersvorsorge 2020 einzusetzen und am 24. September zweimal Ja zu stimmen. Zweimal Ja für die Stärkung der Solidarität zwischen Jung und Alt, zweimal Ja für den Ausgleich zwischen Arm und Reich.

Vania Alleva

Präsidentin Gewerkschaft Unia

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