Als die Roma nach einer Stunde so richtig ernst machte...


Die Young Boys setzen im Wankdorfstadion ihr Auftaktspiel in der Europa League gegen den Gruppenfavoriten aus Italien mit einer 1:2-Niederlage in den Sand.

Markus Brütsch
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Will an einem Fels rütteln: Cédric Zesiger (links) im Zweikampf mit Romas Stürmerstar Edin Dzeko.

Will an einem Fels rütteln: Cédric Zesiger (links) im Zweikampf mit Romas Stürmerstar Edin Dzeko.

Keystone

Die Young Boys haben es verpasst, für den auf internationaler Ebene schwer taumelnden Schweizer Klubfussball ein Lichtlein anzuzünden. Als einzige im Europacup verbliebene Mannschaft aus der Super League verloren sie im Wankdorfstadion trotz einer 1:0-Führung bis zwanzig Minuten vor Schluss gegen die AS Roma 1:2.

Grund für die Niederlage war, dass Paulo Fonseca nach einer Stunde ernst gemacht hatte. Zwar hatte er Pedro vom Platz genommen, den von Chelsea gekommenen Spanier, der bis dahin neben Bryan Cristante der einzige zum Einsatz gekommene Star der Römer gewesen war, doch mit Edin Dzeko, Henrich Mchitarjan und Jordan Veretout drei Hochkaräter gebracht. Der portugiesische Trainer wollte nicht Gefahr laufen, gegen einen Schweizer Klub eine blamable Niederlage einzukassieren. Und eine halbe Stunde Auslauf würde seinen zuvor geschonten Cracks im Hinblick auf das Serie-A-Spiel gegen die AC Milan gewiss nicht schaden.

Lustenberger mit der Leistung zufrieden

Ja, die Gastgeber, von den lediglich tausend zugelassenen Fans so gut wie möglich unterstützt, hatten zwar kurz vor Schluss durch Meschack Elia die Chance zum 2:2 gehabt, doch unter dem Strich spielte der Schweizer Meister ganz einfach zu wenig gut, um die erste Niederlage gegen einen italienischen Gegner abzuwenden.

Das war indes nicht die Schuld des 18-jährigen Mittelfeldtalents Fabian Rieder, der nach seinem starken Super-League-Debüt in Genf nun auch bei der Europacup-Premiere einen guten Eindruck hinterlassen und den zu streng gepfiffenen und von Jean-Pierre Nsame zum 1:0 verwandelten Foulpenalty herausgeholt hatte.

Obwohl nach dem nicht genützten Chancenfestival gegen Servette Trainer Gerardo Seoanes Wunsch nach Effizienz in Erfüllung gegangen war, als mit dem ersten Torschuss das 1:0 fiel, reichte es nicht mal zu einem Unentschieden. Die Gäste waren eben noch kaltschnäuziger und nützten die defensiven Mängel in der Berner Dreierkette aus.

Somit startet YB wie vor einem Jahr in Porto mit einer 1:2-Niederlage in die Europa-League-Kampagne und steht am Donnerstag in Cluj unter Zugzwang. Die Rumänen ihrerseits haben mit einem 2:0-Sieg bei CSKA Sofia gut begonnen.