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Als Bill Clinton auf der Autobahn plötzlich Lust auf Pizza hatte

Höhepunkte 18 Jahre ist es her, als mit Bill Clinton erstmals ein US-Präsident am Weltwirtschaftsforum WEF in Davos teilnahm. Auch damals war die Aufregung gross: Wie es sich für den mächtigsten Mann der Welt gehört, reist er mit dem Helikopter an. Im Gegensatz zu den Schaulustigen wirkt Clinton ruhig. Lächelnd winkt er den Fotografen zu, bevor er in seinen gepanzerten Chevrolet steigt. Die ganze Szenerie umringen Polizisten, immer mit ihren Maschinenpistolen im Anschlag. Doch die Aufregung ist schnell wieder vorbei.

Erst als Clinton am Nachmittag vor dem Hotel Belvédère vorfährt, kommt wieder Hektik auf. Doch nicht bei ihm selbst. Er trinkt einen Schluck Cola und verschwindet im Hotel. Ihm folgen Palästinenserführer Jassir Arafat und die Bundesräte Adolf Ogi, Kaspar Villiger, Joseph Deiss und Pascal Couchepin. Während sich die Mächtigen der Welt im Luxushotel unterhalten, formieren sich rund 1300 Globalisierungsgegner zu einer unbewilligten Demonstration. Es kommt zu Ausschreitungen. Beim McDonald’s werden die Fenster zertrümmert. Die Sicherheitskräfte geben Warnschüsse ab und setzen Tränengas ein. Zwei Polizisten werden verletzt. Um 17 Uhr löst sich die Demonstration auf.

Aufruhr an der Raststätte

Nur eine Stunde später ist der Besuch Clintons auch schon wieder vorüber – zumindest für Davos. Wegen eines Schneesturms können die Helikopter nicht starten. Er muss mit dem Auto nach Zürich fahren. Und auf der Rückfahrt kommt nochmals Hektik auf. Doch dieses Mal bei seinen Sicherheitsleuten. Spontan entscheidet sich Bill Clinton, einen Stopp an der Raststätte Glarnerland einzulegen. Über hundert Sicherheitsleute versuchen, das Terrain zu sichern. Clinton steigt aus seiner Limousine aus, setzt sich an die Kaffeebar, bestellt ein Stück Pizza mit Schinken, Salami und Sardellen und trinkt dazu einen Kaffee. Danach kauft er drei Swatch-Uhren und schüttelt noch ein paar Hände, bevor er in sein gepanzertes Auto steigt und nach Zürich fährt.

Auch wenn Clinton der bisher wohl aufsehenerregendste Gast des WEF war, hatte das Forum in seiner fast 50-jährigen Geschichte einige spektakuläre Auftritte zu bieten. So diente das WEF als Treffpunkt aktueller und ehemaliger politischer Gegner. 1994, als eine politische Lösung des Nahostkonflikts zum Greifen nahe schien, verständigten sich der israelische Aussenminister Schimon Peres und Palästinenserführer Jassir Arafat in Davos auf einen Vertragsentwurf bezüglich Gazastreifen und Jericho.

1992 kam es zum denkwürdigen Auftritt des südafrikanischen Präsidenten Frederik W. de Klerk und seines Nachfolgers Nelson Mandela , wo sie die Welt über den Verlauf der Abschaffung des Apartheid-Regimes informierten.

In Erinnerung bleibt auch der letztjährige Auftritt des chinesischen Staatschefs Xi Jinping. Kurz nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten inszenierte sich Xi als «Anti-Trump», der für den weltweiten Freihandel einsteht.

2009, als im Zuge der Wirtschaftskrise Veranstaltungen wie das WEF in die Kritik gerieten, gab sich auch Russlands Machthaber Wladimir Putin die Ehre. Der damalige Ministerpräsident hielt die Eröffnungsrede. (tn/ras/red)

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