AHV-Initiative im Gegenwind

Trendumfrage Zehn Tage vor dem Urnengang zeichnet sich ein Nein zu AHVplus ab. Gemäss den neusten SRG-Trendumfragen würden aktuell 52 Prozent der Befragten bestimmt oder eher dagegen stimmen. 40 Prozent wären bestimmt oder eher dafür. Unentschieden wären noch 8 Prozent.

Sebastian Gänger/sda
Merken
Drucken
Teilen

Trendumfrage Zehn Tage vor dem Urnengang zeichnet sich ein Nein zu AHVplus ab. Gemäss den neusten SRG-Trendumfragen würden aktuell 52 Prozent der Befragten bestimmt oder eher dagegen stimmen. 40 Prozent wären bestimmt oder eher dafür. Unentschieden wären noch 8 Prozent.

Das Volksbegehren war bei der ersten Trendumfrage noch auf mehr Beifall gestossen. «Setzt sich der Trend bis zum Abstimmungstag gleichermassen fort, wird die Vorlage verworfen», so die Politologen. Populärste Nein-Botschaft sei, dass es keine punktuellen Massnahmen brauche, sondern eine Gesamtreform. 64 Prozent teilten das. Umgekehrt befänden 54 Prozent die Begründung der Befürworter als einleuchtend, es sei Zeit für eine Erhöhung der AHV-Renten. Auch gemäss der Tamedia-Umfrage haben die AHVplus-Befürworter ihren Vorsprung eingebüsst. Aktuell 49 Prozent bestimmt oder eher für die AHVplus-Initiative, ebenfalls 49 Prozent sind dagegen oder eher dagegen. Bei den ersten Umfragewellen Anfang und Ende August hatten die Befürworter noch weit vorne gelegen.

Bei den Gegnern punktet in erster Linie das Argument, eine Aufstockung aller Renten sei nicht finanzierbar, wie die Onlineumfrage zeigt. Das am meisten genannte Argument für die Initiative ist hingegen, die AHV-Renten hinkten den Löhnen hinterher – deshalb sei es zunehmend schwieriger, den Lebensstandard beizubehalten.

Zustimmung für Grüne Wirtschaft nimmt ab

Ein Nein ist gemäss den beiden Trendumfragen auch bei der Initiative Grüne Wirtschaft wahrscheinlich. Zwar liegen die Befürworter derzeit noch knapp vorne, doch der Trend sei klar. Wäre vergangene Woche abgestimmt worden, hätten 51 Prozent bestimmt oder eher ein Ja für das Begehren der Grünen in die Urne gelegt, 38 Prozent ein Nein. 11 Prozent wären noch unentschlossen gewesen.

Zum Vergleich: In der ersten SRG-Trendumfrage hatten sich noch 61 Prozent für die Initiative ausgesprochen, 24 Prozent dagegen. 15 Prozent waren noch unentschlossen.

Populärstes Argument für die Initiative ist laut den Meinungsforschern, dass der Ressourcenverbrauch gesenkt werden soll, um die Lebensgrundlage für die Nachfahren zu erhalten. 83 Prozent der Teilnahmewilligen stimmten dem zu. Bei den Botschaften der Nein-Seite schneidet die Kritik an der Bevormundung der Konsumentinnen und Konsumenten mit 61 Prozent Zustimmung am besten ab. Zu ähnlichen Resultaten kommt die dritte Tamedia-Abstimmungsumfrage: Demnach wuchs das Nein-Lager weiter kräftig an. 54 Prozent wollen die Initiative ablehnen, 42 Prozent befürworten sie. Vier Prozent sind noch unentschlossen. In den ersten beiden Tamedia-Umfragen hatten die Befürworter noch vorne gelegen.

Mehr Unschlüssige beim Nachrichtendienstgesetz

Die klarsten Verhältnisse herrschen derzeit beim Nachrichtendienstgesetz (NDG). Die Befürworter können auf eine solide Ja-Mehrheit hoffen. Sie gehen in der zweiten SRG-Umfrage mit 18 Prozentpunkten Vorsprung in die Ausmarchung. Unschlüssig, was sie stimmen sollen, waren vergangene Woche 12 Prozent der Befragten. Damit ist die Unschlüssigkeit um 5 Prozentpunkte gewachsen.

Die populärsten Botschaften der Ja-Seite beziehen sich auf die Möglichkeiten des Missbrauchs neuer Technologien. 71 Prozent der Teilnahmewilligen finden, dass digitale Medien das neue Gesetz notwendig machen. Die am meisten akzeptierte Botschaft gegen das neue Gesetz bezieht sich auf den mangelnden Schutz der Privatsphäre. 53 Prozent sind hier skeptisch.

Auch die Tamedia-Umfrage spricht von einer soliden Ja-Mehrheit. 58 Prozent der Befragten befürworten aktuell die Vorlage, 39 Prozent lehnen sie ab. Damit liegt der Nein-Anteil etwas höher als bei der letzten Befragung.