Adieu, Jet d'eau! Das Wahrzeichen der Genfer verschwindet schon wieder

Die Superfontäne wird temporär ausser Betrieb gesetzt. Damit möchte die Kantonsregierung ein Corona-Signal an die Bevölkerung senden - nicht zum ersten Mal.

Benjamin Weinmann aus Genf
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Die Touristenattraktion Jet d'eau wird vorerst ausser Betrieb genommen.

Die Touristenattraktion Jet d'eau wird vorerst ausser Betrieb genommen.

Salvatore Di Nolfi / KEYSTONE

Und schon wieder müssen die Genfer von ihrem geliebten Wahrzeichen, dem Jet d’Eau, bis auf weiteres Abschied nehmen. Die zuständige Industriefirma SIG hat am Mittwoch bekanntgegeben, dass die Superfontäne nach den zweieinhalbwöchigen Wartungsarbeiten nicht wie geplant am Donnerstag wieder in Betrieb genommen wird. Angesichts der aktuellen Gesundheitskrise in der Schweiz und insbesondere in Genf habe der Staatsrat entschlossen, den 140 Meter hohen Springbrunnen ruhen zu lassen.

Laut Staatsratspräsidentin Anne Emery-Torracinta soll damit ein Signal an die Bevölkerung gesendet werden, damit diese die sozialen Kontakte auf ein Minimum beschränkt. Die Rhone-Stadt hat sich in den vergangenen Wochen zur am stärksten betroffenen Corona-Region ganz Europas entwickelt.

Es ist der zweite Stopp des Jet d’Eau in der Corona-Krise. Im Frühjahr dauerte er 83 Tage – und sorgte bei vielen Genfern für Wehmut, da sie das Symbol der Stadt im Becken des Genfersees vermissten (CH Media berichtete).

Der Wasserstrahl mit einer Geschwindigkeit von 200 km/h wird manuell aktiviert und ist seit 1891 jeden Tag in Betrieb, ausser bei starkem Wind und extremer Kälte. Oder es herrscht eine Pandemie.