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ABSTIMMUNG: Seniorenverbände treten viel einheitlicher auf

Demonstrierende Grossmütter, Ja-sagende Verbände: Die Interessensvertreter von Senioren weibeln unisono für die Reform der Altersvorsorge. Bei der jungen Generation sieht es anders aus.
Kari Kälin
Frühlingstanz der Pro Senectute Glarus: Die Seniorenverbände legen sich auch für die AHV-Reform ins Zeug. (Bild: Christof Schürpf/Keystone (Ennenda, 16. März 2017))

Frühlingstanz der Pro Senectute Glarus: Die Seniorenverbände legen sich auch für die AHV-Reform ins Zeug. (Bild: Christof Schürpf/Keystone (Ennenda, 16. März 2017))

Kari Kälin

Die Generationensolidarität ist eine der zentralen Fragen in der Debatte zur Altersvorsorge 2020. Profitieren Jung und Alt von der Reform, die 70 Franken mehr AHV für Neurentner, einen tieferen Umwandlungssatz in der zweiten Säule und Rentenalter 65 für Frauen vorsieht? Oder handelt es sich um einen Ausbau zu Lasten der Jungen?

Einen Generationenkonflikt heraufbeschwören, das wollen weder Befürworter noch Gegner. Anders als die Jungparteien und Jugendverbände treten die Seniorenverbände aber geschlossen für die Reform auf. Die Stiftung Pro Senectute mischt nicht aktiv im Abstimmungskampf mit, begrüsst aber die Altersvorsorge 2020. Der Schweizerische Seniorenrat (SSR), ein Beratungsorgan des Bundesrates in Altersfragen, hat klar die Ja-Parole beschlossen. Das Gleiche gilt für die Vereinigung aktiver Senioren und Selbsthilfe-Organisationen (Vasos). Der Schweizerische Verband für Seniorenfragen (SVS), bei dem es im Vorstand auch Reformgegner gibt, wird am kommenden Dienstag gleichwohl seine Zustimmung bekannt geben.

Grossmütter rufen zu Demonstration auf

Die «Grossmütter-Revolution», eine Denkfabrik des Migros-Kulturprozent für die Frauen der heutigen Grossmütter-Generation, ruft sogar zu einer Demonstration auf. Am übernächsten Samstag wird die soziale Bewegung auf dem Waisenhausplatz in Bern unter anderem aufzeigen, wie viel wertvolle, unentgeltliche Betreuungsarbeit die ältere Generation leistet, zum Beispiel mit Kinderhüten. Natürlich dient die «Grossmütter-Revolution» auch als Plattform für das Pro-Altersreform-Lager. Die Organisatoren rechnen mit rund 1000 Teilnehmern, Männer und jüngere Semester sind explizit erwünscht. Als Rednerin tritt unter anderen die Solothurner SP-Nationalrätin Bea Heim auf. Das Gelingen der Reform sei im Interesse von uns allen, ganz besonders der kommenden Generationen, sagt sie. «Ohne Reform drohen Defizite in der AHV, und die Umverteilung in der 2. Säule zu Lasten der Jungen ginge weiter.»

Weniger einhellig positionieren sich die Vertreter der jungen Generation. Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände fasst gar keine Parole. Sie fordert ihre Mitglieder lediglich auf, an die Urne zu gehen.

Die Jungparteien sind gespalten. Von den Juniorenabteilungen der Bundesratsparteien spricht sich einzig die JCVP für die Reform aus. Die Juso, JSVP und Jungfreisinnigen lehnen die Vorlage ab. Freilich stört sich die Juso an anderen Elementen als die anderen ablehnenden bürgerlichen Jungparteien. Die Jungsozialisten bekämpfen die Erhöhung des Frauenrentenalters und den tieferen Umwandlungssatz.

Jungfreisinnige verteilen ungedeckte Checks

Am sichtbarsten stemmen sich die Jungfreisinnigen gegen das Reformpaket. Präsident Andri Silberschmidt (23) organisiert zwar keine Demonstration à la «Grossmütter-Revolution». Die Jungfreisinnigen werden aber vor der Abstimmung am 24. September an drei Wochenenden in jeweils rund zehn grösseren Schweizer Städten nationale Aktionstage durchführen. Der Start erfolgt am nächsten Samstag, die Jungfreisinnigen werden unter anderem in St. Gallen, Luzern und Zug ungedeckte Milliarden-Checks zu Lasten der jungen Generation verteilen. «Der Ausbau der AHV befeuert dessen Defizit», sagt Silberschmidt. Geplant sind weitere Aktionen, in denen die Jungfreisinnigen vereint mit Vertretern der älteren Generation aufzeigen wollen, weshalb «diese Reform nicht enkeltauglich ist», wie Silberschmidt sagt.

Gemäss einer aktuellen Umfrage des Forschungsinstitutes GFS Bern befürworten derzeit 53 Prozent die Altersvorsorge. ­Einen Generationengraben gibt es nicht. Auch bei den 18- bis 39-Jährigen fällt die Zustimmung höher aus als die Ablehnung.

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