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Abgelaufene Krebsmittel verkauft

Medikamentenskandal Im Wallis hat eine Firma die Ablaufdaten eines Krebsmedikaments gefälscht. Betroffen war das Krebsmedikament Thiotepa. Die meisten der beinahe 100000 Dosen gingen nach Frankreich. Doch auch Schweizer Spitäler haben teilweise mehrere hundert Dosen gekauft, von denen laut dem Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic 85 Prozent ein falsches Datum hatten: Das Inselspital Bern, die Universitätsspitäler in Genf und Basel sowie die Kantonsapotheke Zürich. Swissmedic-Sprecherin Danièle Bersier bestätigte gestern einen entsprechenden Bericht von «Le Matin Dimanche» und «Sonntagszeitung». Die Affäre sei in ihrer Grössenordnung einzigartig.

Hersteller wurde skeptisch

Die Walliser Firma bestellte offenbar ab 2005 von einem deutschen Labor mehrere Lieferungen Thiotepa. Weil bereits zwei Jahre später der Verkauf stockte und weitere Lieferungen kamen, begann die Firma, die Dosen mit falschen Ablaufdaten zu etikettieren. Dadurch konnten sie trotzdem verkauft werden. Die Haltbarkeit von Thiotepa beträgt nur 18 Monate; entsprechend war die Wirksamkeit des Medikaments beeinträchtigt. Gleichwohl verkaufte die Firma noch bis 2011 Thiotepa. Die Manipulation flog auf, als der deutsche Hersteller bemerkte, dass noch Medikamente im Umlauf waren, die längst hätten abgelaufen sein müssen. Das Heilmittelinstitut begann mit Ermittlungen. 2016 folgte der Prozess. Die Verantwortlichen der Walliser Firma gaben die Fälschungen zu, das Bezirksgericht in Martigny verurteilte zwei Personen zu Bussen von mehreren tausend Franken.

Strittig ist die Frage, ob das Leben der Patienten aufs Spiel gesetzt wurde. Für Swissmedic ist dies klar der Fall. Die Zulassungs- und Aufsichtsbehörde hat den Fall deshalb an die nächste Instanz weitergezogen. Die Walliser Firma wurde inzwischen aus dem Handelsregister gelöscht. (sda)

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