40'000 müssen Prämienlast neu alleine tragen

Die Prämien der Krankenkassen steigen. Gleichzeitig erhielten 2014 in der Ostschweiz 40'000 keine Prämienverbilligung mehr.

Kaspar Enz
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Noch etwas über 300'000 Ostschweizer erhielten im vergangenen Jahr eine Prämienverbilligung zugesprochen. Das sind über 40'000 weniger als noch 2013. Im Kanton St.Gallen sank die Zahl der Bezüger von Prämienverbilligungen um 18'600, im Thurgau um 22'700.

Kantone sparen schweizweit

Dieser Rückgang ist in erster Linie auf die Sparmassnahmen der Kantone St.Gallen und Thurgau zurückzuführen. Die beiden Kantone gaben 2014 rund 20 Millionen Franken weniger für Prämienverbilligungen aus als im Vorjahr. Ausserrhoden hat für dieses Jahr Sparmassnahmen beschlossen. Nicht nur in der Ostschweiz sparten Kantone bei den Prämienverbilligungen. Allein im Kanton Bern sank deswegen im letzten Jahr die Zahl der Bezüger um 34'000.

Die Zahl der Bezüger dürfte weiter sinken. Denn der grösste Kostentreiber bei den Prämienverbilligungen sind die Ausgaben für die Verbilligungen der Bezüger von Ergänzungsleistungen zu AHV und IV. Deren Zahl steigt nicht nur kontinuierlich an. Die Kantone sind auch verpflichtet, ihnen die volle Durchschnittsprämie zu bezahlen, die der Bund ermittelt. Diese Durchschnittsprämie liegt aber meist höher als die von den Kantonen für die Bemessung der Prämienverbilligungen verwendeten Werte. So gaben die Ostschweizer Kantone 2014 rund doppelt so viel für die Prämienverbilligungen für die Bezüger von Ergänzungsleistungen aus wie vor zehn Jahren. Gerade angesichts der Sparmassnahmen bleibt deshalb im Verbilligungstopf immer weniger für die übrigen Bezüger.

Kantone zahlen zu viel

Der Unmut in den Kantonen steigt. Denn sie zahlen den Bezügern von Ergänzungsleistungen zu viel, sagt Andreas Dummermuth, Präsident der Konferenz der Ausgleichskassen. Die Prämien vieler Bezüger von Ergänzungsleistungen seien tiefer als der Betrag, den sie als Prämienverbilligung erhalten.