38 Thesen für die Mobilität im Jahr 2050

In Basel wird heute eine Studie vorgestellt, die Professor Wolfgang Stölzle von der Universität St. Gallen gemeinsam mit Ulrich Weidmann von der ETH Zürich und zwanzig Partnern aus der Mobilitätsbranche erarbeitet hat.

Bruno Knellwolf
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In Basel wird heute eine Studie vorgestellt, die Professor Wolfgang Stölzle von der Universität St. Gallen gemeinsam mit Ulrich Weidmann von der ETH Zürich und zwanzig Partnern aus der Mobilitätsbranche erarbeitet hat. Darin geht es um eine breit abgestützte Vision der Mobilität in der Schweiz für das Jahr 2050. Aus dem Vergleich zwischen einem wünschenswerten Zielzustand und einer «klassischen» Vorhersage für das Verkehrssystem leiteten die Forscher Handlungsempfehlungen für die Politik ab.

Die Nachfrage steige ungebremst und die Strasse stosse zu Spitzenzeiten an ihre Kapazitätsgrenzen. Der öffentliche Verkehr sei an neuralgischen Stellen überlastet und der Flugverkehr geprägt durch regulative Restriktionen sowie Kapazitätsprobleme der Flughäfen Genf und Zürich, schreiben Stölzle und Weidmann.

Die Zahlen zeigen, dass der Mensch generell immer mobiler wird. Heute ist ein Schweizer täglich durchschnittlich 37 Kilometer unterwegs, vor zwanzig Jahren waren es noch fünf Kilometer weniger. Das wird sich nicht ändern: Bis ins Jahr 2030 wird offiziell mit rund 50 Prozent mehr Nachfrage im öffentlichen Verkehr und 20 Prozent im motorisierten Individualverkehr gerechnet.

Da Verkehrsinfrastrukturprojekte eine langwierige Angelegenheit seien, müsse deshalb jetzt schon über die Zukunft der Mobilität gesprochen werden, erklärt Stölzle. Eine Vision sei gefragt, welche die Forscher in 38 Thesen fassen.

Hier eine Auswahl aus den 38 Zielbildthesen:

Die Bezahlbarkeit der Verkehrssysteme ist gewährleistet; die Siedlungsstrukturen ermöglichen kurze Wege im Alltag; die Antriebsenergie stammt überwiegend aus erneuerbaren Energien; der Landverkehr erfolgt weitgehend emissionsfrei: die durchschnittliche Distanz der täglichen Mobilität ist erheblich reduziert; die Nutzung von Mobilitätsangeboten hat einen Preis, der die Kosten widerspiegelt, Güter und Personenverkehr werden grundsätzlich gleichwertig behandelt; der Verkehr ist technisch weitgehend automatisiert. Führerlose, autonome System haben sich weitgehend durchgesetzt und Planungs- und Genehmigungsverfahren sind im Hinblick auf Trends und Techniken flexibilisiert.