Medizinische Versorgung

28 Prozent der Patientendossiers immer noch auf Papier

41 Prozent der Ärzte haben Krankengeschichten 2017 vollständig elektronisch erfasst, zwei Jahre vorher waren es 35 Prozent gewesen. Von den jungen Ärzten arbeiten drei Viertel rein elektronisch. Auf Papier schwören insgesamt 28 Prozent, 12 Prozent weniger als 2015.

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Fast drei Viertel der Ärzte und Ärztinnen unter 44 Jahren führen die Dossiers ihrer Patienten vollkommen elektronisch. Von den über 55-jährigen Berufskollegen sind es nicht einmal vier von zehn. (Symbolbild)

Fast drei Viertel der Ärzte und Ärztinnen unter 44 Jahren führen die Dossiers ihrer Patienten vollkommen elektronisch. Von den über 55-jährigen Berufskollegen sind es nicht einmal vier von zehn. (Symbolbild)

Keystone/CHRISTIAN BEUTLER

Den Schnitt nach unten drücken die "Alten": Erfassen 72 Prozent der Ärzte und Ärztinnen im Alter zwischen 32 und 44 Jahren die Daten ihrer Patienten vollständig elektronisch, sind es bei den 55- bis 64-Jährigen nur 38 Prozent.

Die älteren Semester sind auch häufiger selbstständig: 80 Prozent arbeiten auf eigene Rechnung, bei den unter-44-Jährigen sind es nur etwas mehr als die Hälfte. Insgesamt sind 70 Prozent der Ärzte und Ärztinnen selbstständig. 28 Prozent sind angestellt, 2 Prozent sind Externe. Frauen arbeiten seltener auf eigene Kosten als Männer: Sie machen 65 Prozent aus gegenüber den Männern mit 73 Prozent.

Laut den BFS-Zahlen nimmt die Menge der Arztpraxen und ambulanten Zentren zu: 2015 wurden noch 14'217 Standorte gezählt, 2017 waren es deren 17'860. Die Anzahl der praktizierenden Ärzte ist in dieser Zeit von etwa 17'600 auf rund 20'000 gestiegen.

Die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung scheint relativ gut sichergestellt: Durchschnittlich 75 Prozent der Schweizer Bevölkerung leben höchstens einen Kilometer von der nächsten Arztpraxis entfernt. Allerdings sind die Praxen nicht gleichmässig verteilt: Haben es 88 Prozent der Kranken in der Stadt weniger als einen Kilometer weit zum nächsten Doktor, müssen 35 Prozent der Leidenden auf dem Land weiter als einen Kilometer reisen.

Einkommen leicht gesunken

Wenig bewegt hat sich im beobachteten Zeitraum beim Lohn: 2015 betrug der Betriebsertrag eines als Einzelunternehmen praktizierenden Arztes 155'000 Franken, 2017 waren es gemäss der Erhebung des Bundesamts für Statistik (BFS) etwa 1000 Franken im Jahr weniger. Gemeint ist der mediane Betrag, das heisst, die eine Hälfte der Ärzte verdiente mehr, die andere weniger. Das Pensum der praktizierenden Mediziner betrug im Schnitt 75 Prozent.

Einzelunternehmen heisst nicht, dass ein Arzt allein praktiziert. Von den 88 Prozent der Ärzte und Ärztinnen, die Einzelunternehmer sind, arbeiten 28 Prozent in Gruppenpraxen: Durch Teilen der Miete und des Hilfspersonals werden Kosten gespart.

40 Prozent der Einzelärzte kümmern sich um die medizinische Grundversorgung - jüngere naturgemäss häufiger als ältere. 15 Prozent beschäftigen sich mit Psychiatrie, 12 Prozent sind Fachmediziner mit chirurgischer Tätigkeit.

Das BFS hat die Strukturdaten der Arztpraxen und ambulanten Zentren erst zum zweiten Mal durchgeführt, 2015 war die Premiere.