«140er»-Initiative nimmt Fahrt auf

Marco Schläpfer will auf Autobahnen 140 km/h als Tempolimite einführen. Die Unterschriftensammlung für die Initiative läuft auf Hochtouren. Gar nicht erst vors Volk kommt die Initiative der Auto-Partei, die 130 km/h verlangt.

Sebastian Keller
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Auf Schweizer Autobahnen – wie hier auf der A1 bei Oberbüren – gilt die Tempolimite 120 km/h. (Archivbild: Ralph Ribi)

Auf Schweizer Autobahnen – wie hier auf der A1 bei Oberbüren – gilt die Tempolimite 120 km/h. (Archivbild: Ralph Ribi)

Marco Schläpfer ist zuversichtlich. Fast 40 000 Unterschriften hat der parteilose «normale Bürger ohne politische Vorgeschichte», wie er sagt, bereits im Sack und noch ein Jahr Zeit. Mit einer Volksinitiative will der selbständige Unternehmer aus Uster die Höchstgeschwindigkeit auf Schweizer Autobahnen auf 140 km/h hochschrauben und in der Verfassung verankern. Heute sind 120 km/h – im Rahmen des Gesetzes – das höchste aller Gefühle.

Seine Forderung erachtet Schläpfer nicht als überrissen. «140 km/h bei günstigen Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen mit den heutigen Autos sind ohne Problem verhältnismässig.»

Auto-Partei scheitert

Die Auto-Partei war mit einem ähnlichen Anliegen auf der Strasse. Sie forderte 130 km/h auf Autobahnen und 100 km/h ausserorts. Doch die Kleinpartei muss ihre Initiative «Ja zu vernünftigen Tempolimiten» schreddern, da sie in 18 Monaten die geforderte Anzahl Unterschriften nicht ins Trockene brachte. Die Sammelfrist läuft ab nächsten Freitag ab. Gegenüber unserer Zeitung sagt Jürg Scherrer, Präsident der Auto-Partei, dass sie nun die Initiative von Marco Schläpfer unterstützen würden. «Unterschriften sammeln wir aber keine», sagt Scherrer.

Volksnein vor 25 Jahren

Vor 25 Jahren – am 26. November 1989 – wollte das Schweizervolk von einer Geschwindigkeitserhöhung nichts wissen. Es schmetterte die Volksinitiative «Pro Tempo 130/100» wuchtig ab. 62 Prozent lehnten das Ansinnen an der Urne ab – und dies bei einer Stimmbeteiligung von fast 70 Prozent. Davon lässt sich Marco Schläpfer aber nicht einschüchtern. Er sagt: «Das Schweizervolk ist nicht Anti-Auto, das sind nur die Politiker, weil sie Angst haben, nicht mehr wiedergewählt zu werden.»

Mehr zum Thema in der Ostschweiz am Sonntag vom 23. November.