Zwanzig spürbare Erdbeben

Rund 700 Erdbeben, von denen drei deutlich verspürt wurden, hat der Schweizerische Erdbebendienst im vergangenen Jahr registriert. 2015 war somit ein seismisch ruhiges Jahr.

Bruno Knellwolf
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Die Schweiz sei ein Erdbebenland, hat Stefan Wiemer, Direktor des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED), erklärt, als er im Herbst die Erdbeben-Gefährdungskarte der Schweiz vorgestellt hat. Gestern hat der SED nun die Bilanz des Erdbebenjahrs 2015 publiziert. Und die neue Karte deckt sich mit der Gefährdungskarte. Diese zeigt nach Wiemer nämlich, dass das Wallis, dann der Raum Basel, Graubünden und die Region Sarganserland-Werdenberg und das St. Galler Rheintal am meisten gefährdet sind.

Walensee und Liechtenstein

So konzentrierte sich die Erdbebenaktivität im vergangenen Jahr denn wiederum auf das Wallis und das Bündnerland. Aber auch in der Region zwischen Walensee und Liechtenstein, in der Zentralschweiz und im Jura bebte die Erde 2015 häufiger als andernorts.

Geprägt war die Erdbebenaktivität im Jahr 2015 wie in den vergangenen Jahren durch mehrere Erdbebenschwärme. Solche Schwärme seien ein typisches Merkmal für das Erdbebenland Schweiz. Diese haben in der Regel kein starkes Hauptbeben, das stärkste Beben tritt von der Mitte bis gegen Ende der Bebensequenz an auf. Die Dauer solcher Erdbebenschwärme ist allerdings sehr unterschiedlich. Das kann sich von wenigen Stunden bis zu mehreren Jahren erstrecken.

Nur in seltenen Fällen nehmen die Beben mit der Zeit an Stärke und Anzahl zu. Als Ursache wird die Ausbreitung von Gasen oder Flüssigkeiten in der Erdkruste angenommen. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt vier Erdbebenschwärme in der Westschweiz registriert.

Drei waren stark spürbar

Spürbar sind Erdbeben erst ab einer Magnitude von 2,5 bis 3 auf der Richter-Skala. Die Magnituden der im Jahr 2015 registrierten Ereignisse lagen zwischen –0,1 und 3,3. Nicht nur gemessen, sondern gespürt werden konnten im vergangenen Jahr in der Schweiz 20 Erdbeben, drei davon deutlich. Das liege nahe am Durchschnitt der letzten 40 Jahre von 23 Ereignissen pro Jahr, schreibt das SED.

Deutlich verspürt wurden das Beben in der Region Biel vom 31. Januar (Magnitude 3,1), das Beben bei Bern vom 6. April (Magnitude 2,6) und das Beben nördlich von Sierre im Wallis vom 14. Oktober (Magnitude 3,1). Keines dieser drei Beben war allerdings stark genug, um Schäden anzurichten.

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