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Zurück in die Mutter?

Ansichten
Peach Weber

Fühlen Sie sich auch oft von der Welt überfordert? Ich schon.

Zum Beispiel wenn ich höre, dass die Quasi-Ruine AKW Leibstadt wieder ans Netz geht, ein paar Stunden später wieder abgestellt werden muss, dann plötzlich wieder läuft . . ., aber nie bestand Gefahr für die Be­völkerung! Gerade dieser Satz beunruhigt mich ja am meisten.

Wenn ich sehe, dass eine ganze Industrie die Hälfte ihrer Forschungsgelder nicht in die Verbesserung ihrer umwelt­verpestenden Produkte steckt, sondern in die Entwicklung einer Bescheiss-Software, die diese Verbesserung vorgaukelt. Die kürzlichen Abgasexperimente mit Affen werfen bei mir nur die Frage auf, warum das Abgas nicht einfach in ein Sitzungszimmer des Verwaltungsrates geleitet wurde, wäre die gleiche Versuchsanlage gewesen. (Dieser Vergleich ist natürlich eine Beleidigung für die Affen, exgüsi.)

Wenn ich den miserablen Schauspieler sehe, der im Moment den Präsidenten der USA spielt, wie er mit seiner AIR FURZ ONE schnell in Davos einfliegt, um überall seine Duftmarke zu setzen, und alle Manager und Politiker nehmen willfährig einen ­Lungenzug.

Oder wenn inÖsterreich ein smartes Bubigesicht zu einem Kanzler wird, der zwar riesige Ohren hat, aber trotzdem die Signale nicht hört, die er aussendet, wenn er mithilfe eines Alt-Nazis eine Regierung bildet. Es gibt tausend Beispiele.

Da fühle ich mich ziemlich überfordert. Manchmal frage ich mich sogar: Ist vielleicht das ganze Leben eine andauernde Überforderung: Vielleicht beginnt sie ja schon mit dem Verlassen des Mutterleibs. Ungefragt wird man, nach neun Monaten Glückseligkeit im warmen Mutterbauch, von erbarmungslosen Wehen in die Welt hinauskatapultiert. Die Neugeborenen ahnen sofort, was auf sie zukommt. Oder haben Sie schon mal ein Frischgeborenes mit einem glück­lichen Gesicht und voller Vorfreude gesehen?

Übrigens, wir Verunsicherte sind in der Mehrzahl. Das grosse Problem daran ist nur, es gibt viele, die unseren Zustand ausnützen.

Da sind die grossen Plauderi, die uns mit wenigen Sätzen die Welt erklären wollen. Darunter auch sogenannte Intellektuelle oder Rhetoriker, die auf hohem intellektuellem Niveau absoluten Schrott erzählen, weil sie gemerkt haben, dass in dieser globalen Verunsicherung ihre Chance gekommen ist, sich als alleinige Heilsbringer aufzuspielen.

Sie freuen sichüber unsere Ratlosigkeit, jahrelang haben sie uns eingeredet, es gehe uns hundsmiserabel und es werde noch schlimmer. Davor hat natürlich jeder Angst, auch wenn er in einem Ferrari sitzt.

Und weil es der Mehrheit relativ gut geht, werden Beispiele an den Haaren herbeigezerrt: Das Grosi, das sein Gebiss verpfänden muss, um die Billag zu zahlen, oder die alleinerziehende Mutter mit 16 unehelichen Kindern . . .

Diese Demagogen spielen sich als deren Anwalt auf, sogar als Anwalt des Volkes. Dass die Menschen, denen es wirklich schlecht geht, den Rattenfängern in die Falle tappen, das ist verständlich, denn sie sind verzweifelt und klammern sich an jeden Strohhalm. Wenn da aber Zahnärzte, Anwälte, Chefredaktoren, Milliardäre an der Spitze des Umzugs mit­laufen, das sollte uns doch hellhörig machen.

Jeder hätte doch gern eine einfache Lösung. Da ist es doch Balsam, wenn ein sogenannter US-Präsident mit dem Intellekt eines Donuts (ohne Füllung) kommt und sagt: Die Probleme gibt es gar nicht, Umweltschutz ist unnötig, Klimaerwärmung, alles Fake News! ICH verkünde euch das, ICH, der grösste Präsident, den es je gab, mit dem grössten IQ, der je gemessen wurde, oder wie heisst schon wieder das Ding in meiner Hose?

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