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Zur Säuberung der Meere

Riesiger Meeresstaubsauger soll die Ozeane vom Plastikabfall säubern. Ein Jahr lang wird nun in der Nordsee das Projekt «The Ocean Clean-up» auf Herz und Nieren getestet.
Helmut Hetzel
Dieser riesige Meeresstaubsauger wird nun ein Jahr lang in der Nordsee getestet. (Bild: Erwin Zwart/The Ocean Cleanup)

Dieser riesige Meeresstaubsauger wird nun ein Jahr lang in der Nordsee getestet. (Bild: Erwin Zwart/The Ocean Cleanup)

In den Niederlanden nennen sie ihn «das Wunderkind». Denn der 21jährige Boyan Slat hat geniale Ideen. Seine beste: Er will die Ozeane von den vielen Plastikabfällen säubern. Dazu hat er einen riesigen Meeresstaubsauger entwickelt, dessen Prototyp nun ein Jahr lang in der Nordsee getestet wird. Wenn das Experiment «Ocean Clean-up» gelingt, dann soll der Meeresstaubsauger als Megaprojekt gebaut werden und die Ozeane säubern.

Umfang von 100 Kilometern

Der erste Meeresstaubsauger, den Boyan Slat entwickelt hat, ist der kleine Prototyp. Er umfasst 100 Meter und besteht aus einer Reihe von Luftkissen, die sich wie Gardinen vor den Fenstern auf die Meeresoberfläche legen. Durch das Berechnen der Strömungsverhältnisse wird dieser Meeresstaubsauger aus Luftkissen so auf der Wasseroberfläche plaziert, dass das im Meer treibende Plastik in die Luftkissenreihe hineinschwimmt und dann geborgen werden kann. Nun kommt der ultimative Test für den ersten Meeresstaubsauger in der Nordsee. Er dauert ein Jahr lang. Läuft er gut ab, dann soll ein riesiger Meeresstaubsauger aus Luftkissen mit einem Umfang von 100 Kilometern gebaut werden.

«Ich denke, dass wir mindestens zehn Jahre brauchen, um die Ozeane zu säubern. Ich schätze, dass wir bis zu drei Millionen Tonnen Plastik aus den Ozeanen fischen müssen», meint Boyan Slat. Die Säuberungsaktion der Meere sei aber nötig, wenn wir den Fischbestand darin erhalten wollen. Unterstützt wird Boyan Slat vom niederländischen Staat und vom weltgrössten maritimen Unternehmen, der Rotterdamer Boskalis-Gruppe, die auch die künstlichen Inseln The Palm in Dubai mitgebaut hat.

Erfahrungen auf hoher See

«Wir haben zahlreiche Ingenieure, die sich auf das Berechnen der Meeresströmungen und auf das Verankern von Materialien im Meer spezialisiert haben. Sie können den Sauger im Wasser richtig plazieren», sagt Peter Berdowski, Vorstandsvorsitzender von Boskalis. «Wir haben in dieser Richtung Erfahrungen gesammelt, indem wir über unsere Baggertätigkeiten auf See die Korallenriffe versuchen zu schützen.»

Boskalis und der niederländische Staat unterstützen das «The Ocean Clean-up»-Projekt mit bisher 500 000 Euro. Die für Umweltschutz zuständige niederländische Staatssekretärin Sharon Dijksma ist vom Projekt begeistert: «Boyan Slat ist ein echter Held. Mit seiner Idee und diesem Projekt können wir die Ozeane in Zukunft säubern.»

Wer entsorgt und wer zahlt?

Dafür wird viel Geld nötig sein. Denn einen Meeresstaubsauger mit einem Umfang von 100 Kilometern aus Luftkissen zu bauen, das wird nicht billig. Zudem muss der Plastikabfall, der eingefangen wird, abtransportiert und entsorgt werden. Wohin? Und wer macht und finanziert das? Das ist alles noch unklar. Jedenfalls haben die Vereinten Nationen (UNO) Boyan Slat bereits zum «Champion of the Earth» ernannt. Die UNO will das Project «Ocean Clean-up» voraussichtlich auch mitfinanzieren.

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