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ZÜRCHER CLOWN-PROZESS: «Schwärmereien einer Pubertierenden»

Valentin Landmann, der Anwalt des beschuldigten Clowns David Larible, hat die Vorwürfe des Mädchens am Dienstag vor dem Zürcher Bezirksgericht als «Schwärmereien einer Pubertierenden» dargestellt. Man könne nicht ausschliessen, dass die 14-Jährige einiges hinzugedichtet habe.

Das Verhalten des Mädchens nach dem angeblichen Übergriff zeige vor allem eines: Dass es niemandem gegenüber wirklich ehrlich gewesen sei, sagte Landmann in seinem Plädoyer. So habe sie ihrer Freundin etwas anderes erzählt als ihrer Mutter.

Es müsse davon ausgegangen werden, dass die 14-Jährige Dinge hinzufantasiert habe, die ihr zu diesem Zeitpunkt im Kopf herumgegeistert hätten. «Was in diesem Hotelzimmer wirklich passiert ist, wissen wohl nur die beiden Protagonisten.»

Von einer traumatischen Erfahrung könne zudem keineswegs die Rede sein. Das Mädchen habe auch noch während der Ermittlungen versucht, Kontakt zu David Larible aufzunehmen, etwa über den Snapchat-Account seiner Tochter. «Und das obwohl er ihr etwas Schlimmes angetan haben soll.» Auch mit den Zirkus-Besuchen machte das Mädchen weiter. «Wiederum suchte sie dort Kontakt zu Artisten.»

«Pädo-Clown»

Landmann forderte einen Freispruch vom Vorwurf der sexuellen Handlungen mit einem Kind und vom Vorwurf der sexuellen Belästigung. Die Staatskasse müsse ihn für das erlittene Leid angemessen entschädigen. «Er wurde beruflich ermordet. Niemand wollte mehr etwas mit dem Pädo-Clown zu tun haben.» Larible wolle das Geld aber nicht behalten, sondern einem Kinderhilfswerk spenden.

Larible selber betonte in seinem Schlusswort, dass er kein Pädophiler sei. «Ich habe kein Interesse an Mädchen. Ich habe Horror vor Leuten, die so etwas tun.»

Die Staatsanwaltschaft wirft dem ehemaligen Knie-Clown vor, einen 14-jährigen Fan in einem Zürcher Hotelzimmer drei Mal mit Zunge geküsst und gestreichelt zu haben. Dafür soll er mit einer bedingten Geldstrafe von 160 Tagessätzen zu 120 Franken und einer Busse von 600 Franken bestraft werden. Zudem verlangt die Anklage fünf Jahre Landesverweis für den Italiener.

Kennengelernt hatten sich der Clown und das Mädchen, weil er es bei einer Vorführung zu sich in die Manege gerufen hatte. Danach trafen sie sich mehrere Male bei Fan-Kontakten, oft auch in Begleitung ihrer Mutter. Sie ging aber auch alleine mit ihm Mittagessen. In den Wochen vor dem mutmasslichen Übergriff tauschten Larible und die 14-Jährige fast 1000 Whatsapp-Nachrichten aus.

Das Urteil wird heute um 15.30 Uhr eröffnet. (sda)

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