Zielgerichtet den Krebs bekämpfen

Zürcher Chemikern ist es im Labor gelungen, einen potenziellen Krebswirkstoff gezielt an seinen Bestimmungsort in der Zelle anzukoppeln. Er befindet sich an einer bestimmten Stelle auf der Ribonukleinsäure (RNS), die bei diversen Erkrankungen ein idealer Angriffspunkt sein könnte.

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Zürcher Chemikern ist es im Labor gelungen, einen potenziellen Krebswirkstoff gezielt an seinen Bestimmungsort in der Zelle anzukoppeln. Er befindet sich an einer bestimmten Stelle auf der Ribonukleinsäure (RNS), die bei diversen Erkrankungen ein idealer Angriffspunkt sein könnte.

«Die Ribonukleinsäure ist der Schlüssel zu unzähligen Prozessen in der lebenden Zelle», erklärte Studienmitautor Roland Sigel gemäss einer Mitteilung der Uni Zürich von gestern. Sie setzt genetische Information in Proteine um, weshalb hier ansetzende Medikamente unmittelbar in den Zellstoffwechsel eingreifen könnten. Der von den Zürchern entwickelte Metallkomplex passt haargenau in eine bestimmte Stelle des RNS-Moleküls, eine Y-förmige Gabelung.

Der Vorteil dieser Präzision: Medikamente, die direkt am Wirkungsort ansetzen, könnten niedriger dosiert werden und hätten dadurch oft weniger Nebenwirkungen. Der Metallkomplex besitzt zudem möglicherweise krebshemmende Eigenschaften, indem er die Energiezufuhr der Krebszellen drosselt. Andere Anwendungen für solche Verbindungen sehen die Forscher bei Autoimmunerkrankungen. (sda)