Zerplatzte Mythen um den Schulcomputer

Wenige Monate ist es her, als eine Pisa-Auswertung zur Computernutzung in Schulen zeigte: Computer machen den Unterricht nicht automatisch besser. Das hätte man auch ohne Studie erwarten können.

Bruno Knellwolf
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Yellow line notepad with pen on top isolated on a white background. (Bild: Bruno Knellwolf)

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Wenige Monate ist es her, als eine Pisa-Auswertung zur Computernutzung in Schulen zeigte: Computer machen den Unterricht nicht automatisch besser. Das hätte man auch ohne Studie erwarten können. Erstaunlicher war allerdings, dass Schüler, die den Computer in der Schule besonders häufig nutzen, gar nicht besser damit umgehen können. Jugendliche wissen sowieso, wie man ein iPad oder Smartphone bedient, sei es auch nur zum Gamen – da braucht es die Schule nicht.

Die Pisa-Studie zeigt auch, dass Schüler jener Länder, die viel in neue Computer in den Schulen investiert haben, nicht gescheiter sind. In der Studie schnitten jene Länder am besten ab, deren Schüler nur durchschnittlich oft im Internet recherchieren und am Computer Aufgaben lösen. In Schulen mit täglicher Computernutzung, aber auch ohne, waren die Leistungen dagegen schlechter.

Auch mit der viel beschworenen Chancengleichheit ist es gemäss Pisa nicht weit her. Im Kleinkindalter Benachteiligte können ihr Manko im Lesen und Schreiben nicht durch Surfen im Internet ausgleichen. Eher machen sie «copy paste» oder werden im Netz gemobbt.

Trotz der zu moderatem Computereinsatz aufrufenden Pisa-Studie wehrt sich niemand für die richtigen Lehrbücher. An der Flade-Sek und an den Fachmittelschulen in St. Gallen sitzen die Schüler vor dem Tablet. Und nun hört man, auch die St. Galler Gymnasien könnten nicht widerstehen. Die Digitalisierer an den Bildungsschaltstellen lassen sich nicht aufhalten. Zu sexy ist das Internet, als dass ein Rektor widerstehen könnte.

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