Wo die Murmeltiere pfeifen

Die meisten kennen den Kanton Uri bloss von der Durchfahrt her. Selber schuld, wer bloss an den Uri-Stier, SVP und vermeintlich engstirnige Bergler denkt.

Melissa Müller
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Yellow line notepad with pen on top isolated on a white background. (Bild: Melissa Müller)

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Die meisten kennen den Kanton Uri bloss von der Durchfahrt her. Selber schuld, wer bloss an den Uri-Stier, SVP und vermeintlich engstirnige Bergler denkt. Eine Wanderung durch die wildromantische Berglandschaft lohnt sich: Wasserfälle stürzen von den Felswänden, und Murmeltiere pfeifen sich Botschaften zu. In vielen kleinen Alphütten kann man Käse kaufen – und manchmal sogar Bergkristalle aus der Gegend. Wilhelm Tell ist hier ebenso allgegenwärtig wie kleine Madonnen und Jesus-Figuren am Wegesrand. Die Bäuerinnen und Bauern heuen an schwindelerregend steilen Wiesenhängen und meistern ein hartes, karges Leben mit den Naturgewalten.

Man nehme zum Beispiel das Klausenpassgebiet, eine der schönsten Passlandschaften der Schweiz. Entlang des Schächentaler Höhenweges führt ein Pfad vorbei an majestätischen Bergen und einer einzigartigen Pflanzenwelt.

So viele Seilbähnchen wie in Uri gibt es fast nirgends sonst. Eines dieser kleinen Bähnchen bringt uns von Flüelen über den Wald und steile Felsen nach Eggberge. Unter uns leuchtet der smaragdgrüne Urnersee. Das Berggasthaus Eggberge mit der gelben Schindelfassade ist etwas in die Jahre gekommen. Die Bedienung ist herzlich, die Gerstensuppe lecker und die Übernachtung im Massenschlag fällt mit 35 Franken günstig aus. Obschon nur etwa drei Stunden Fahrt zwischen der Ostschweiz und Uri liegen, herrschen da andere Sitten, ein etwas anderer, urchiger Dialekt, und eine Bergwelt mit Blumenwiesen voller Grashüpfer. Das macht Lust auf ein Wiedersehen.

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