Wirte-Prominenz

«Wer nichts wird, wird Wirt», sagt der Volksmund. Die Realität zeigt aber, immer mehr Prominente entdecken die Gastronomie für sich. Das neuste Beispiel: Jubaira Bachmanns asiatischer Take-away. Nina Thöny

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schnitt - bachmann - bild: pd

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Sie sind bereits zahlreich, und es werden zunehmend mehr: Die Stars, die nicht nur mit der Schauspielerei, mit der Musik oder dem Fernsehen Geld verdienen, sondern sich nebenbei auch im Gastrogewerbe probieren. Namen wie Cosma Shiva Hagen, die ihre «Sichtbar» in Hamburg führt, oder gar Justin Timberlake, der Chef diverser Restaurants ist, sammeln sich hinter dem Tresen. Aber auch die Schweizer Prominenz lässt sich nicht lumpen. Fernsehmoderator Max Loong beispielsweise startete 2010 seinen «Supperclub» in Los Angeles. Mittlerweile sind auch Christina Aguilera und Pamela Anderson in Loongs schickem Club anzutreffen.

Take-away vom Promi

Auch die ehemalige Chefin von MTV, Jubaira Bachmann, hat an der Gastronomie Gefallen gefunden. Gerade hat sie ihr asiatisches Take-away unter dem Namen «Hidden Asia» in Zürich eröffnet. «Die Gastronomie ist mir quasi in die Wiege gelegt worden. Mein Vater war Executive Chef in 5-Sterne-Hotels. Meine Mutter hatte auf den Philippinen ihr eigenes Restaurant», erklärt sie ihre Leidenschaft.

Bei «Hidden Asia» setzt die 35jährige Luzernerin auf natürliche Zutaten und Umweltfreundlichkeit: «Ich liebe authentisches, frisches und natürliches Essen, das frei von Glutamat ist. Das ist in asiatischen Restaurants oft nicht der Fall.» Tragtaschen und Besteck ihres Take-aways bestehen ausserdem aus biologisch abbaubaren Materialien.

Jubaira Bachmann hilft selbst kräftig mit: «Ich arbeite so oft wie möglich im <Hidden Asia>. Das ist wichtig. Ich will wissen, wer meine Gäste sind und wie ich sie am besten kulinarisch verwöhnen kann.» Der Take-away liegt ihr sehr am Herzen. Bereits kurz nach der Eröffnung sorgte ihr Essen für viele fröhliche Gesichter.

Die Gründe, wieso die Promis einen eigenen Gastrobetrieb eröffnen, sind unterschiedlich. Einige wollen sich, wie beispielsweise Daniel Brühl, Darsteller in «Good Bye, Lenin!», lediglich einen Kindheitstraum erfüllen.

Der Schweizer Moderator Marco Fritsche nennt als Motivation für sein Café Schnell in Rorschach vor allem das Gebäude: «Die Idee für ein eigenes Café kam mir durch meinen Kollegen Martin Schildknecht. Er zeigte mir ein Haus in Rorschach, das zum Verkauf stand. Ich fand die Immobilie wunderschön. Und die eigentliche Idee kam uns dann während der Besichtigung.»

«Bombe im Abwaschen»

Fritsche sieht sich allerdings nur als Investor, nicht als Betriebs-Chef: «Ein Wirt braucht viele und vor allem die richtigen Talente, um Erfolg zu haben. Mir gehen dabei viele Qualitäten als Gastronom abhanden.» Anders als Jubaira Bachmann arbeitet Marco Fritsche aber nicht selbst in seinem Café: «Ich bin etwa einmal im Monat dort anzutreffen. Beispielsweise am Brunch, wo ich dann aber eher die Leute unterhalte, anstatt selbst zu kellnern. Allerdings bin ich eine Bombe im Abwaschen. Das habe ich nämlich während meiner Gymizeit in der Migros gemacht.» Promis wie Marco Fritsche und Jubaira Bachmann mischen aus Leidenschaft in der Gastronomie-Szene mit. Es gilt also nicht immer: Wer nichts wird, wird Wirt.

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