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Wir sind uns ja alle einig!

Intermezzo
Hansruedi Kugler

Wer ist nicht gerne unter Gleichgesinnten? Kopfnicken und Klatschen kombiniert mit dem wohligen Gefühl der Selbstbestätigung. Doch dann, am Schluss der Kulturveranstaltung, muss man eine Petition unterschreiben, welche die Botschaft des Films in eine Parole umsetzt, den Kulturkonsumenten zum politisch Handelnden erklärt. Ich gebe zu, das ist mit Sarkasmus geschrieben. Denn Kunst sollte nicht zum Propagandamittel werden.

Der Zwiespalt in Kunst mit politischer Botschaft war letztes Wochenende zu erleben. «Mehr Flüchtlinge aufnehmen!», «Sichere Fluchtrouten!», «Wir sind irgendwie alle Migranten!» So einhellig tönte es beim Besuch des Regisseurs Markus Imhoof in Wattwil und St. Gallen, nachdem er seinen Dokumentar­film «Eldorado» über die Bootsflüchtlinge im Mittelmeer zeigte. Fraglos ein wichtiger und toller Film, der statt Statistiken Men­schen zeigt. Aber im Publikum sassen offenbar nur Mitglieder von Amnesty International.

So viel Kopfnicken weckt den Störenfried in mir. Das klingt alles human, aber auch rührend fern von der europäischen Abschreckungspolitik. So sitzt man zwar im richtigen Film, fühlt sich aber im «falschen Film». Provokativ rüttelt ­«Eldorado» an unserer ­Verdrängung des Flüchtlingsthemas. Gut so. Aber solche Publikumsdiskussionen ­bestätigen, dass man bei Kulturveranstaltungen leider allzu oft in einer Blase der Gleich­denkenden festsitzt.

Hansruedi Kugler

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