Wir haben es nicht erfunden

Die Schweiz und der Skisport, das war alles andere als Liebe auf den ersten Blick. Es brauchte zwei Weltkriege, einen skibegeisterten General und viele Medaillen, um Familie Schweizer auf die Skier zu hieven.

Katja Fischer De Santi
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Alles fuhr Ski: 1988 holten die Schweizer Sportler an den Olympischen Spielen in Calgary 15 Medaillen. (Bild: Swiss Stöckli Ski)

Alles fuhr Ski: 1988 holten die Schweizer Sportler an den Olympischen Spielen in Calgary 15 Medaillen. (Bild: Swiss Stöckli Ski)

Die Schweiz, eine Nation von Skifahrern, stolz auf die eigenen Berge, elegant im Freistil, cool auf dem Snowboard. Die Realität ist eine andere. Zwar geben gut ein Drittel der Schweizerinnen und Schweizer an, Ski zu fahren, doch sie tun dies nur bei perfekten Bedingungen, nur noch an vereinzelten Tagen und gerne auch im Ausland.

Die Tourismusbranche jammert denn auch seit Jahren, dass Familie Schweizer zu wenig Wintersport betreibe und dass Immigrantenkindern ohne Skilager-Obligatorium dem Skivirus niemals erlägen und lieber Fussball spielen würden.

Was dabei gerne vergessen wird: Die Schweiz ist nicht schon seit der Auffaltung der Alpen eine Skination, sie wurde gezielt und mit viel Propaganda zu einer gemacht. Bis zum Zweiten Weltkrieg war der Unterländer gottenfroh, hatte er des Winters nichts mit diesen Bergen zu tun. Dort drohten nur Lawinen, beissende Kälte und Rutschgefahr sondergleichen. Es brauchte schon die für ihre sportliche Extravaganz bekannten Briten, eine Weltwirtschaftskrise, zwei Weltkriege und einen skibegeisterten General, um Familie Schweizer auf die Skier zu hieven.

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