Wie Theater entsteht

LESBAR ZEITSCHRIFT

Hansruedi Kugler
Merken
Drucken
Teilen
Bild: Hansruedi Kugler

Bild: Hansruedi Kugler

LESBAR ZEITSCHRIFT

Woher kommt die Liebe zum Theater? Was hat Samuel Beckett falsch gemacht? Wie wird aus einem Theatertext eine packende Aufführung? Das Kulturmagazin DU widmet sich in seiner aktuellen Ausgabe ganz dem Thema Theater. Schauplatz der Recherche ist das Schauspielhaus Zürich. Das Magazin zeigt detailliert die Entstehung von «Meer» des norwegischen Starautors Jan Fosse, das vor kurzem Premiere gefeiert hat. Von der ersten Besprechung, der Analyse der Dramaturgin, den Bühnenmodellen bis zur Regiearbeit ist das Magazin nah dran. Der grosse alte Mann des Schweizer Theaters, Werner Düggelin, erinnert sich in einem anderen Beitrag an seine Arbeit an Beckett-Stücken. Sibylle Berg, Lukas Bärfuss und Ferdinand Schmalz sagen, was sie am Theater freut und was sie ärgert. Hausregisseurin Barbara Frey und der Dramatiker Jan Fosse sprechen über die Bedeutung der Stille auf der Bühne. Zu Wort und ins Bild kommen aber auch Mitarbeiter hinter der Bühne. Ein prächtiges Magazin, das bildstark auch die wechselhafte Geschichte des Schauspielhauses zeigt.

DU 861 – die Zeitschrift für Kultur. Schauspielhaus Zürich. Zürich, November 2015, 98 Seiten, Fr. 20.–

Agglo in der Literatur

Früher gab es Stadt und Land, heute spricht man von Siedlungsbrei, Mittelland, Zwischenstadt oder eben Agglo. Die Literaturzeitschrift «Literarischer Monat» bat Schweizer Schriftsteller, über das Phänomen der verschwindenden Ränder und über das Lebensgefühl in der Agglo zu schreiben. Anders als in Frankreich, Deutschland oder Österreich ist in der literarischen Schweiz keine Fixierung auf die Hauptstadt oder die grösste Stadt festzustellen. Vielmehr sind die meisten Autoren in einer Kleinstadt aufgewachsen. Schweizer Schriftsteller wohnen immer noch in beträchtlicher Zahl in kleinen Orten wie Bremgarten, Urdorf, Zofingen oder Unterkulm, in Olten, Solothurn, Schaffhausen. Neben den Texten solcher Autoren aus der «Pampa» spricht das Magazin mit Architekten, Literaturgeographen und mit dem Berufspendler Bänz Friedli.

Literarischer Monat. Das kleine Magazin für grosse Literatur. SMH-Verlag Zürich, 42 Seiten, Fr. 9.90.

Bild: Hansruedi Kugler

Bild: Hansruedi Kugler