Wie sich hinter dem Sichtbaren das Unsichtbare verbirgt

Was wir mit unseren Augen und all unseren Geräten am Himmel erkennen können, macht nur gerade 4,9 Prozent des Universums aus. 26,8 Prozent bestehen aus sogenannt Dunkler Materie.

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So sieht die kosmische Hintergrundstrahlung aus. (Bild: ESA)

So sieht die kosmische Hintergrundstrahlung aus. (Bild: ESA)

Was wir mit unseren Augen und all unseren Geräten am Himmel erkennen können, macht nur gerade 4,9 Prozent des Universums aus. 26,8 Prozent bestehen aus sogenannt Dunkler Materie. Wie man nach ihr sucht, wird uns weiter hinten beschäftigen. Zuerst aber zum sichtbaren Himmel.

Tageslänge: Mit dem Übergang zur Sommerzeit können wir einheitlich in Sommerzeit rechnen. Die Sonne geht am 1. April um 07.01 Uhr auf und um 19.51 Uhr unter. Ende Monat wird es dann schon um 06.06 Uhr hell und erst um 20.32 Uhr dunkel – immer nach Sommerzeit.

Mondlauf: Zu Beginn des Monats befindet sich der Mond in der abnehmenden Hälfte seines Zyklus. Am 3. steht er im Letzten Viertel, am 10. ist Neumond. Dann geht es wieder aufwärts: zum Ersten Viertel (18. April) und schliesslich zum Vollmond (25.).

Planeten: Allzu viel zu sehen ist von den Begleitern der Sonne nicht. Merkur, Venus und Mars stehen ihr zu nah, als dass man sie erkennen könnte. Nur Jupiter und Saturn beleben den Sternenhimmel um zwei helle Punkte. Allerdings geht Jupiter immer früher unter: Am 1. noch um 01.22 Uhr Sommerzeit, am 30. April um 23.53 Uhr. Zu finden ist er am Rand des Sternbilds Stier, das sich zur Standardbeobachtungszeit (24 Uhr Sommerzeit am 1., 23 Uhr zur Monatsmitte und 22 Uhr Ende April) gerade anschickt, unter den westnordwestlichen Horizont zu tauchen. Günstiger steht Saturn im Südosten zwischen den Sternbildern Waage und Jungfrau. Er befindet sich Ende April in Opposition zur Sonne. Das heisst, er steht ihr am 28. April präzis gegenüber und wird frontal angeleuchtet. Saturn geht am 1. um 22.10 Uhr auf, am Oppositionstag sogar schon um 20.13 Uhr.

Sternenhimmel: Weil die Erde ihre Stellung verändert, sehen wir auch von Jahreszeit zu Jahreszeit einen anderen Ausschnitt des nördlichen Sternenhimmels. Gegenwärtig verabschieden sich im Westen die Wintersternbilder, zur Standardbeobachtungszeit sieht man gerade noch einen Zipfel des Orion. Im Nordosten blinkt dafür schon Wega im Sternbild Leier – ein Vorbote des Sommers. Über unseren Köpfen aber ist das sogenannte Frühlingsdreieck zu erkennen, bestehend aus Regulus (dem Hauptstern des Löwen), Arktur (im Sternbild Bootes) und Spica (in der Jungfrau). Der Löwe steht als grosses Sternentrapez im Süden, Bootes im Südosten, die Jungfrau befindet sich etwas tiefer – allerdings etwas stärker zum Horizont hin.

Der unsichtbare Himmel…: Die hellen Punkte am Himmel, die von heissen Sternen und oft sogar ganzen Galaxien herrühren, bilden die eine Karte des Universums. Daneben gibt es den unsichtbaren Himmel. Staubwolken wabern da und heisses Gas. Allein das Gas addiert sich zum Fünffachen der Masse aller Galaxien. Ausserdem gibt es da noch die Kosmische Hintergrundstrahlung.

…und seine Erforschung: Vor wenigen Tagen sind riesige Datenmengen des Satelliten Planck veröffentlicht worden. «Planck» hat jene äusserst schwache Hintergrundstrahlung vermessen, die sich beinahe gleichmässig über den Himmel zieht und in der die Astrophysiker den zarten Nachhall des Urknalls erkennen. Aus «Plancks» Datenbergen ergibt sich, dass die uns bekannte Materie (Protonen, Elektronen, Neutronen) nur 4,9 Prozent des Universums ausmacht, dass aber 26,8 Prozent aus Dunkler Materie bestehen. Sie könnte aus bisher unbekannten Teilchen bestehen, die nur ganz selten mit normaler Materie zusammenstossen. Ausgeklügelte Experimente suchen nach solchen Teilchen – bisher mit durchzogenem Resultat. Mehr davon das nächste Mal.

Rolf App

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