Wie neugierig sind die neuen mobilen Begleiter?

Man trifft sie immer öfter: die smarten Gadgets, die schlauen Uhren und praktischen Devices. Ob man sie wirklich braucht, lässt sich nicht immer eindeutig klären. Trendy sind sie.

Georg H. Przikling
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Computer am Handgelenk. (Bild: epa)

Computer am Handgelenk. (Bild: epa)

Man trifft sie immer öfter: die smarten Gadgets, die schlauen Uhren und praktischen Devices. Ob man sie wirklich braucht, lässt sich nicht immer eindeutig klären. Trendy sind sie.

Die schiere Masse an Produkten, gepaart mit einer Brise Konkurrenzdruck, sorgt dabei für sinkende Preise bei steigender Rechenleistung. Und so wird es nicht mehr allzu lange dauern, bis sie auch den letzten Anwender erreichen und ihn auf Schritt und Tritt begleiten und sich seine Vorlieben merken.

Vielen Anwendern ist dabei aber nicht bewusst, dass sie wichtige Details ihrer Privatsphäre preisgeben, warnt Rainer Seidlitz von der TÜV Süd Sec-IT. Denn das, was die smarten Begleiter an privaten Daten sammeln, ist auch für Analysten und Werber interessant. Auf der Grundlage dieser Daten können sie dem Nutzer nämlich passende Werbung anzeigen.

Vitality-Programm

Auch Versicherer interessieren sich für persönliche Daten. Der Generali-Konzern hat in Italien bereits über eine halbe Million Autos mit Blackboxen ausgestattet. 2016 will der Versicherer ausserdem in Deutschland sein Vitality-Programm starten, das den Lebenswandel seiner Kunden erfasst. Wer nicht teilnimmt, soll zwar nicht bestraft werden, erhält aber keine günstigeren Versicherungsprämien angeboten.

Dabei braucht es keine Vitality-App, um in den Fokus der Datensammler zu geraten. Viele Apps und Geräte bedienen sich schon heute ungeniert an den Daten, wenn man sie gewähren lässt. Vor dem Einsatz eines neuen smarten Begleiters oder einer App empfiehlt es sich daher, einen Blick in die Datenschutzbestimmungen zu werfen. «Von vielen Nutzern werden diese ohne genauere Kenntnisnahme akzeptiert», erklärt der Jurist. Doch genau an diesem Punkt lohne es sich, «die Details zu checken».

Vorsicht bei Apps

Interessant ist beispielsweise, ob der Geräte- oder App-Anbieter in seinen Datenschutzbestimmungen darüber informiert, welche Daten erhoben werden und wer darauf Zugriff hat. Auch die Frage, ob die Daten an Dritte weitergegeben oder gar verkauft werden, ist wichtig. Sitzt der Anbieter im Ausland, kann es ausserdem sein, dass er einem niedrigeren Datenschutzniveau unterliegt. Zu erhöhter Vorsicht rät Seidlitz speziell bei Apps: «Einige fordern Zugriff auf Daten, obwohl diese für ihre Funktion gar nicht erforderlich sind.» Das sei vielen Anwendern nicht bewusst. Und so übermitteln sie, ohne es zu wollen, ihren Standort oder Kalendereinträge.

Vor der Installation einer App gilt es daher zu prüfen, welche Rechte sie beansprucht und «welche davon für den Anwendungszweck tatsächlich notwendig sind». Kommen an diesem Punkt Zweifel auf, ist es besser, die App nicht zu installieren und sich nach einer Alternative umzusehen.