Wie der Merkur Albert Einstein glücklich machte

Er zeigt sich selten, obwohl er, in kosmischen Massstäben, der Erde recht nah ist. Doch der sonnennächste Planet Merkur hat noch andere Eigenheiten, von denen später die Rede sein wird. Eine von ihnen hat Albert Einstein sehr geholfen.

Rolf App
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Planet Mercury (Bild: (94760440))

Planet Mercury (Bild: (94760440))

Er zeigt sich selten, obwohl er, in kosmischen Massstäben, der Erde recht nah ist. Doch der sonnennächste Planet Merkur hat noch andere Eigenheiten, von denen später die Rede sein wird. Eine von ihnen hat Albert Einstein sehr geholfen.

Tag und Nacht: Die Sonne geht am 1.Dezember um 7.51 Uhr auf und um 16.32 Uhr unter. Bis Jahresende verschiebt sich der Sonnenaufgang auf 8.11 Uhr, Sonnenuntergang auf 16.38 Uhr.

Mond: Der Mond steht am 3. Dezember im Letzten Viertel, am 11. ist Neumond. Dann nimmt seine Beleuchtung wieder zu, über das Erste Viertel (18.Dezember) zum weihnachtlichen Vollmond (25.).

Planeten: Weil er so nah bei der Sonne kreist, ist er eher selten zu sehen. Vom 25.Dezember an aber ist der Planet Merkur am Abend tief im Südwesten zu sehen. Am Morgenhimmel baut derweil Mars seine Präsenz aus, und es kommt zu einer hübschen Konstellation: Zusammen mit Venus, Jupiter und dem abnehmenden Mond ist Mars am 7.Dezember gegen 6 Uhr über dem Südosthorizont zu sehen. Saturn schliesslich bleibt unsichtbar.

Sternenhimmel: Draussen liegt Schnee, es ist Winter. Auch am Himmel. Zur Standardbeobachtungszeit (23 Uhr am 1., 22 Uhr am 15. und 21 Uhr am 31. Dezember) haben sich im Osten bereits die Wintersternbilder eingefunden. Auffällig strahlen unter ihnen die Zwillinge und Orion. Gegen Westen rücken die Herbststernbilder, etwa in Gestalt des Pegasusquadrats, – und, als Relikt des Sommers – ganz am Nordwesten der Schwan.

Zerschellt auf dem Merkur: Während die Erde rund 150 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt ist, kommt ihr der innerste Planet Merkur mit 58 Millionen Kilometern bedrohlich nah. So wird es denn dort bis zu 430 Grad heiss. Allerdings: Es gibt auch tiefe Krater, in denen sogar Eis geortet wurde. Und zwar von der Sonde Messenger, die im April auf der Rückseite des Merkurs zerschellt ist. Doch Merkur hat nicht nur Eis, sondern auch einen grossen Metallkern, der langsam abkühlt und den Planeten dabei schrumpfen lässt.

Einstein ist glücklich: Man kann ja nie wissen, ob eine Theorie nur schön ist – oder ob sie auch stimmt. Albert Einstein war nicht sehr gut in Mathematik, deshalb befiel ihn gegenüber der Formel seiner Allgemeinen Relativitätstheorie auch immer wieder Misstrauen. So probierte er sie aus, und zwar an der Bahn des Merkurs. Sie lässt sich nämlich mit Newtons Gravitationstheorie nicht ganz erklären, weil ihr sonnennächster Punkt wandert. Lange hatte man schon nach einem unbekannten Planeten gesucht, der am Merkur zieht – vergeblich. Als Einstein seine Theorie benutzte, gemäss der ein grosser Körper wie die Sonne den Raum verformt, löste sich das Rätsel und die Rechnung ging auf. Und Einstein war «einige Tage fassungslos vor Glück», wie er schrieb.