Wie das Klima die Nase formt

Von Kopf bis Fuss

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Aus mir unerfindlichen Gründen gefallen mir markante Nasen sehr. Wie zu anderen Körperteilen, so sind auch über ihre Evolution allerlei abenteuerliche Theorien entwickelt worden. Zum Beispiel, dass unser Gesicht im Lauf der Entwicklung immer flacher geworden sei – und die Nase ein markanter Überrest. Für wahrscheinlicher hält der Verhaltensforscher Desmond Morris eine andere Erklärung: Dass eine nach unten gebogene Nase wie eine Art Klimaanlage wirke, die unser Überleben in trockenen und kalten Gefilden überhaupt erst ermöglicht habe.

Dass diese Theorie etwas für sich haben könnte, erhärten neue Forschungen. Mark Shriver von der Pennsylvania State University hat die Nasen von mehr als 450 Testpersonen vermessen. Resultat: Breite Nasen sind in warm-feuchtem Klima verbreitet, während die Nasen in kalt-trockenem Klima schmal geformt sind. Aus gutem Grund: Die Nase sorgt dafür, dass die Luft, die wir einatmen, erwärmt wird. Menschen mit schmalen Nasenlöchern hatten deshalb in kalten Gebieten bessere Überlebenschancen.

Vielleicht gefallen mir deshalb markante Nasen so gut: Weil sie eben noch nützlicher sind.

Rolf App