Wie aus der Beere Suppe wurde

Herbstzeit ist Suppenzeit. Da dürfen auch die orangen «Ufos» nicht fehlen. Gemeint sind Kürbisse. Die Kulturpflanze kommt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika. Archäologische Funde besagen, dass schon vor über 12 000 Jahren Flaschenkürbis in Peru gegessen wurde.

Anna Dieckmann
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Yellow line notepad with pen on top isolated on a white background. (Bild: Anna Dieckmann)

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Herbstzeit ist Suppenzeit. Da dürfen auch die orangen «Ufos» nicht fehlen. Gemeint sind Kürbisse. Die Kulturpflanze kommt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika. Archäologische Funde besagen, dass schon vor über 12 000 Jahren Flaschenkürbis in Peru gegessen wurde. Der typisch orange, runde Gartenkürbis erreichte erst wenige Jahrzehnte nach dem guten alten Kolumbus Europa. Heute hat der Kürbis weltweit Kultstatus. Beim Erntedankfest Thanksgiving spielt er eine wichtige Rolle – nach dem Truthahn, versteht sich. Auch bei Halloween dürfen die ausgeschnitzten Gesichter nicht fehlen. Nach irischem Brauch sollen die flackernden Antlitze die herumgeisternde Seele des Iren Jack O'Lantern verkörpern, der nach einem Pakt mit dem Teufel nicht zur Ruhe kam.

Doch zurück zur Suppe. Die Kürbissuppe war anfangs in Europa «Gesinde-Kost» und Tierfutter. Seit dem 18. Jahrhundert erfreut sich der Kürbis aber auch in der bürgerlichen und herrschaftlichen Küche grosser Beliebtheit. Viele verschiedene Varianten entstanden. Ob mit oder ohne Mohn, mit Brühe, Kartoffeln, Zwiebeln, Parmesan, Zitrone, Orangensaft, Curry, Ingwer oder Zimt, die Möglichkeiten der Kürbissuppe scheinen unerschöpflich. Natürlich ist Omis Rezept das einzig wahre, aber über verschiedene Kürbissuppenvarianten lässt sich herrlich diskutieren. Botanisch gesehen gehört der Kürbis zur Familie der Beeren. Der grösste Kürbis der Welt – von einem Schweizer – wiegt stattliche 1054 Kilogramm. Diesen Koloss als Beere zu bezeichnen, gleicht einem Witz.